udwigen / Hertzogen zu Wuͤrtemberg /e. u
nach ſollen wir nicht in Tagleben / vnd vns die rechnung machen / daß wir Mathuſalems Alter erꝛeichen / vnd vn⸗ ſere junge Tag mit frewden vnd wolluſt ʒubringen woͤllen / ſonder ſollen (in betrachtung / daß vnſer Leben ein Dampff / Jac. 4. der ein kleine zeit wehret / darnach aber verſchwindet) vnſer Patum injene Welt fetzn / vns die Geſellſchafft auff Erden nicht laſſen lieber ſein / dann die Gemein⸗ ſchafft im Himmll / alle tag mit Sott dem HErꝛn ab⸗ rechnen / ( dann offt rechnen / behelt gute Freund) vn⸗ ſers Beruffs trewlich warten / vnnd alle Tag vns zum ſterben richten. In maſſen die alten Chriſtlich vnnd weißlich geſagt: Ein Chriſt ſoll ſparen / als woll er ewig leben: vnnd ſoll ſich zum ſterben ſchicken / als woͤll er in dem nechſten augenblick von der Welt vrlaub nemen vnd außziehen.
Bm andern. Wer ſchoͤne Gaben hat / der vberheb ſich deren nicht / dann es ſeind verwelckliche Blu⸗
men : wie wir von Samſons Staͤrcke / Salomons Weißheit vnnd Herꝛligkeit / Abſalons Schoͤne / Aſaels ge⸗ ſchwindigkeit / vñ dergleichẽ Gaben droben gehoͤrt. Sond⸗ lich aber anſeheliche Geſchlechter/ gehen auff / vnd gehen ab. Vñ wie an manchem ſchonẽ Gewaͤchs / eitlich Blumen ab⸗ ſtehen / vñ verwelcken / ettlich dagegẽ ſich auffthun: Vñ wie an eim Baum ettlich Naͤſt verdorꝛen / vñ abgehawen wer⸗ den / andere aber daneben an die ſtatt wachſen: Alſo an ho⸗ hen Geſchlechtern / ſtrbt etwa ein Linj ab / ein andere waͤchßt durch Gottes Gnad vnnd Segen an die ſtatt. Wann aber Gott ſtraffen will / laßt er bißweilen ein Geſchlecht z zer⸗ gehen


