Ludwigen / Hertogenin Wuͤrtemberg /. 7 die Blum auff dem Feld. Das Hew verdorꝛet / di Blum verwelcket / dann des H E R R N Geiſt blaſet darein ſꝛc. Durch das Fleiſch werden verſtanden die Menſchen / wie auch in dem erſten Buch Moſis am 6 cap. da Goit der Gen s. HER ſpricht: Die Menſchen wollen ſich meinen Geiſt nicht mehr zůch igen laſſen / dann ſie ſeind Fleiſch. Vnnd Johannis im dritten cap. ſpricht Chriſtus: Was vom Fleiſch geboren iſt / das iſt Fleiſch / das iſt / alle Menſchen / ſo in Sunden empfangen vnd geborn / ſeind jhrer Natur vnd Lebens halben gebrechlich vnd ſuͤndtlich.
So haben nun ʒwar die Menſchen jre herꝛliche Gaben vnd ornamenta:ſie ʒieren die Wet / wie das grůne Graas den Erdboden ʒieret / vnnd bluͤen / wie ein Blum auffdem Feld:wie dann ſolche Blumen ſeind / ſchoͤne Geſtalt vnnd geraͤde des Leibs/ daß man den Tod hinder ein ſolchen Menſchen flihen ſollte: Adelich / Fůrſtlich /Koniglich / oder Keiſerlich herkommen / hoher verſtand / weißheit / geſchicklig⸗ keit / wolredenheit fuͤrſichtigkeit / vnd andere Gaben / die der
Kirch vnd gemeinem nutzen wol bekommenaber wann des HErꝛn wind daruͤber gehet /ſo iſt die Blum
nimmer da jr ſtett kennet ſie nit mehr. Vnd wann des HEren Geiſt darein blaſet ſo verdorꝛet das Graas / die Blum verwelckt / vñiſt gethon vm̃ aljr herꝛligkeit vñ ſchone.
Wa iſi der lebhaffte / langwirig / vnnd hochbetagte Ma⸗ Genʒ.
thuſalem / der ſich gar nahet taufent jar lang des Tods er⸗ wehret hat⸗ Wo iſt der ſtarcke Samſon / der mit einẽ Eſels⸗ Ind. . kinbacken tauſent Philiſter geſchlagen hate Sein ſtaͤrcke iſt verwelcket / wie ein Blum. Wo ſind die Blumen Salomo⸗ Mattß . nis deſſen herꝛligkeit vnnd Weißheit Chriſtus ſelbſt gerhů⸗ vndi cap. met hat. Well er Fleiſch geweſen / iſt all ſein Gůte
B i vnd
Johz.


