zu Ortenburg. In ſeinem wuntſch aber faſſet er zweyerley ʒuſammen⸗
dä zuer luſt habe / als1. Abzuſcheiden. 2. Bey Chriſto zu
ſeyn: nennet ſelnen Todt einen abſcheid / damit anzudeuten:
wann man heimkommen wolle zu dem rechtem himliſchen
Vatterlande / ſo muͤſſe dieſer abſcheid vor hergehen. Vnd iſt eigentlich dieſes wortts dz in der Hauptſprach gebrauchet wirt / verſtand dieſer: daß es mit jhme vnnd mit allen Men⸗ ſchen ſtehe / wie mit den Schiffleuten / wenn dieſelben fort fahren / vnnd an den gewuntſchten ort vnnd Port gelangen wollen / ſo muͤſſen ſie uͤhers Meer fahren: wann ſie aber fah⸗ ren wollen / muͤſſen ſie jhre Setle auffloͤſen. Alſo wenn ein Menſch gelangen wolle ʒu ſeinem Vatterlande / ſo muͤſ⸗ ſe er uͤber das Meer deß Todes: wolle er aber daruͤber fahren / ſo muͤſſe er die Seile loß machen / ja ſelbſt auffgeloͤſet werden ⸗ das Leib vnd Seele von einander ſcheide / vnd er alſo zu dem gewuͤntſchten ort der Seeligkett gelange.
Dieweil aber in dieſem allein die Seeligkeit nicht beſte⸗ het / ſo ſetzt er das ander hinzu / damit er nicht allein begere dieſes / was er gehabt / zuverlaſſen / ſondern zum rechten zweck vnd ʒiel ſein verlangen habe / das ſey der HEr: Chri⸗ ſtus / bey demſelben hab er luſt zu ſein / auff daß er alſo vol⸗ koͤmlich / was er bißher geglaubet vnd gehoffet / beſitzen vnd genteſſen möge. Denn ob er woll bißher bey Chriſto ge⸗ weſt / vnd Chriſtum bey ſich gehabt habe / ſo ſey doch das nichtim ſchawen / ſondern im Glauben geſchehen: ſo ſey ex doch hie ein Frembdling vnd Pilgram / vnnd noch nicht da⸗
eim geweſt. Trage derwegen ein ſehniichs verlangen / aß er bey dem HErin daheim im Vatterlande / im Hauß deß HErsn ſeyn / vnd daſelbſt erquicket / vnd erfreuet werden
moge. Bj 2oß


