11 Leichpredig Graven Joachims
Selig ſind nun alle / die diß recht wiſſen / dieſelben
wokez va ſeynd auß dem Tode ins Leben hindurch gebrungen. Nie⸗
&1ov as. mand wirt dieſelben auß der Hand JEſu C. Hriſti vnd ſeines
om1v Vatters reiſſen. Niemand wirt ſie von der ltebe GDttes/
„. die in Chriſto Jeſu iſt / ſcheiden. Vnd ſo viel vom Erſten: jetzund folget das ander ſtůck.
II. 8 Dn dem wuntſch deß Apoſtels / wornach er ſeineini⸗
ges verlangen gehabt hab / wenn er bedencke / was im viel beſſer were / davoner alſo ſpricht: Sintemal im Fleiſch Leben dienet mehr frucht zuſchaffen: So weiß ich nicht / welches ich erwehlen ſol / denn es lieget mir beydes hart an: Ich hab luſt abzu⸗
ſcheiden / vnd bey Chriſto zu ſeyn. Denn weller ſich dem Herten gantz vnd gar ergeben / vnd in ſeinen willen geſtellet / wie ers mit jhme machen wolhe / entweder daß er lenger den Philippern / vnd andern Chriſten mit dem Wort deß Evangelii diene / oder auß dieſem Leben ſcheide / ſo finde er bey ſich ſelbſt / daß er durch die gnade Chriſti in ſeinem Le⸗ den nutz ſchaffen könne / vnnd es derhalben noͤtiger ſey im Fleiſch leben vmb jhrent willen. Wenn er aber bedencke⸗ was zum liebſien were / ſo begere er nicht lenger zu le⸗ ben / ſondern dieſe Welt durch den Todt zuverlaſſe. Durch das Leben im Fleiſch verſtehet er das natuͤrliche vnd leibliche Leben / das durch einwohnung der Seelen dem Leib vnnd Fleiſch mitgethetlet wirt / daß das Fleiſch Leben konne / wel⸗ ches auffhoͤret / wenn die Seel auß dem Leib fehret / vnd als
denn daß Fleiſch ſierben vnd verweſen muß In
———


