3 Leichpredig Graven Joachims
Auß dieſen Worten vernemen wir nun / wie ſich alle glaubige vnnd fromme Hertzen erzeigen můſſen / wann ſie mit der Warheit beweiſen wollen / das C H RJSTVS jhr Leben / vnnd Sterben jhr Gewin ſey / nemlich / daß ſie jhren zuſtandt auff Erden recht behertzigen / vnnd daruͤber deß lebens můde vnnd ſatt werden / auch darnach trachten
vnnd verlangen haben / daß es jhnen beſtendig vnnd ewig
woll gehen werde. Vnd l. Sollen wir gegen einander halten den wuntſch der vnglaubigen Weltkinder / vnnd der glaubigen Kinder Gottes. Die Weltkinder wuͤniſchen jhnen auff Erden in Wolluſten fur vnnd fur zu leben / mogen vom Tode nicht Kenn. hören: Dder / da in ihnen der Wurm deß boͤſen gewiſſens⸗ vnaq; eum denmnicht ſtirbet auffwachet / vnnd das Fewer / das nit ver⸗ gemufu leſchet / brennend wird / wuͤntſchen ſie den Todt auß vnge⸗ dult vnd verzweiffelung / fahren auch dahin mit ach vnd we⸗ he / ohne troſt / fried vnd freude. Die Glaubigen aber haben hertzlich verkangen / daß ſie von dem Leibe dieſes Todes moͤgen erloͤſet werden / ſeuff⸗ nom:7.v. tzen vnnd klagen mit Paulo: Ich elender Menſch / wer 2 will mich erlöſen von dem Leibe dieſes Todes: Ich habe 1 abzuſchetben / vnnd bey Chriſto zu ſeyn: Vnndjemehꝛ das ſtuͤndlein herbey kommet / je mehr ſie ſich daruͤber frewẽ ⸗ vnnd mit dem alten Simeon ſagen: HErꝛ / Nun leſſeſtu deinen Diener im Friede fahren ⸗ Wie du geſagt haſt. Denn meine Augen haben deinen Hetland geſehen. Mit fried vnd freud ich fahr dahin ⸗ In Gottes willen: Getroſt iſt mir mein Hertz vnd Sinn ⸗ Sanfft vnd ſiille ⸗ Wie


