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Zwo Leichpredigten, Bey dem Conduct vnd Begräbnis, Des Hoch: vnd Wolgebornen Graven vnnd Herrn, Herrn Joachim der Eltern Graven, Graven zu Ortenburg, Christseliger vnnd milter gedächtnis / gehalten, Durch Matthiam Platonem Soltvvedelensem, Dienern deß worts Gottes zu Amberg
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10 Leichpredig Graven Joachims

lebe im fleiſch / das lebe ich dem Glauben deß Sohns Gol⸗ tes / der mich gellebet hat / vñſich ſelbſt fur mich dargegeben. Durch ſolchen Glauben kan der Menſch lebendigen Troſi vnd rechte Krafft haben wider den Todt / vnd im Todt das 1b41 Leben behalten / daß er ſaget: C Hriſtus iſt mein Leben / der lebet: alſo weiß ich / dah ich auch Leben werde.

Daß aber dieſer Troſt nicht allein im leben were / ſon⸗ dern auch als denn recht krefftig vnd beſtendig ſey / wenn die glaubigen ſierben ſollen / ſihet man auß den folgenden wor⸗

ten / da er ſagt: Sterben iſtmein Geſpin. Wann einer ſeine vernunfft fraget: vnnd nach dem Fleiſch vrthet⸗ let / ſo findet er / daß das Sterben ſchad vnnd verluſt ſey/ dieweil es den Menſchen von allem deme / daß jhme auff Erden lieb iſt / wegreiſſet/ vnnd das aller beſte / nemlich das Leben nimmet. Denn wie ſol das Gewin ſeyn wenn man verleuret das einem lieb iſt? Wenn man vmb ſeine Guͤtter kommet? Was iſt nun dem Menſchen lieber als ſeyn Leben? Was kan er auff der Welt beſſers haben als das Leben ? Sol nun ein Menſch von Hertzen ſagen / das Sterben ſein Gewin ſey / ſo muh ein Leben in jhme ſeyn⸗ das ſich fuͤrm Tode nicht furchtet/daruͤber der Todt nicht Herꝛſchen kan / das iſt C.Hriſtus / der glaubigen Leben durch ſeinen Heyligen Geiſt. Nach dieſem Gewin ſol ja bil⸗ lich ein jeder trachten / daß er denſelben haben vnnd behalten moge: Denn es muß doch dazu kommen / daß ein jeder dar⸗ ben wirt. Wann nun einer die gantze Welt gewinnt *s pnnd an ſeiner Seelen ſchaden litte/ was hulffe ſolches den Menſchen⸗ Wie der H ERR CHRJSTVS ſpricht Matth: am 1 ·

Derhal⸗