zu Ortenburg. „
Chriſti Ehre ſuchen: Wenn wir das thun / ſo werden wir mit jhme zur Ehre erhaben werden. D Seelig iſt der Menſch der das verſtehet / vnd ſich darin Tag vnnd Nacht uͤbet / daß Chriſtus der HErꝛ an ſeinem Leibe hoch geprieſen werde / es ſey durch Todt oder Leben / der wirt nimmermehr
zuſchanden.
IV. Endlichen iſt mit ſonderbarem fleiß zu mercken / das
ein jeder mit dem vertrawen / wie Paulus thut / jhme ſelbſi
zueigne den HErꝛn Chriſtum / nicht allein im Leden / ſon⸗
dern auch im Sterben / vnd von grund ſeines Hertzens ſage:
5 H R J S T V S i mein Leben / vnd Sterben iſt mein ewin·
Denn darauß erſcheinet der Glaube vnnd hoffnung / wenn man ſich einig vnnd allein an den HErꝛn C.Hriſtum helt / vnd von jhme nicht leſſet / ſondern gewiß iſt / wenn der⸗ ſelbe vnſer iſt/ ſo kan es vns nimmermehr uͤbel gehen: ſon⸗ dern ſo lange Chriſius lebet / werden wir gewißlich auch le⸗ ben / vnd eben das / das ſonſt vns deß lebens beraubet / můſſs vns zum Leben helffen vnd bringen. Darumb iſt diß die Prob eines glaubigen Chriſten / daß er das im Leben vnd im Sterben getroſt vnnd vnerſchrocken bezeuge: Chriſtus iſt mein Leben. Daß Chriſtus das Leben ſey / kan kein Teuffel laugnen / das kan kein vnglaube vmbſtoſſen. Aber niemand hat Nutz vnd Troſt davon / es ſey denn / daß er ſa⸗ gen koͤnne mit rechtem vertrawen: C H RJSTVSiſi mein Leben. Gal: v.20.
Alſo muß ein jeglicher dieſe vnd die andern wortepdu⸗ lt /jhme ſelbſt ʒuetgnen / da er ſaget: Ich lebe / aber doch nun
nicht ich / ſondern Chriſius Lebet mir; Denn was ich jetzt lebe


