zu Ortenburg. 5
Wann mann aber das recht verſtehen will / ſo muß man die vrſach betrachten / welche alßbald darauff erzehlet wirt / da er ſpricht: Denn C. rtſtus iſt mein Leben / vnnd Sterben iſt mein Gewin. Setzet alſo beydes zuſammen ⸗ Leben / vnnd Sterben / daß er das Leben ſeines Letbes / wel⸗ ches in der Seelen iſt / jetzunder nicht / ſondern das in Chri⸗ ſio / ja Chriſtt ſelber tſt / betrachte: auch nicht das Sterben ⸗ ſo fern es das leibliche vnd zeitliche Leben wegneme / ſondern ſo fern es ino Leben fuͤhre / vnnd jhme derwegen kein ſchade ⸗ jondern gewin ſey / anſehe: Vnd wil alſo jchlieſſen:
Wer mit Warhett ſagen kan: Daß Chriſius ſein Le⸗ ben / vnd Sterben ſein Gewin ſey / der iſt gewiß / daß Chri⸗ ſtus an ſeinem Leibe es ſey durch Todt oder Leben / hoch ge⸗ prieſen werde / vnnd daß er in keinerley ſtuͤck zuſchanden⸗ werde.
Nun kan ich Paulus ſolches mit Warheit ſagen / daß Chriſtus mein Leben / vnd Sterben mein Gewin ſey.
Derhalben bin ich auch gewiß / daß Chriſtus an mei⸗ nem Leib / es ſey durch Todt / oder durch Leben / hoch ge⸗ prieſen / vnd daß ich in keinerley ſtuͤck zuſchanden werde.
Alſo erglebt er ſich auff diß endliche eꝛwarten vnd hof⸗ fen mit aller freudigkeit / dem HErꝛn Jeſu Chriſto / vnnd iſt wol zu frieden / wle es der HErꝛmit yhme machen wolle / ent⸗ wedeꝝ / daß er mit ſeinem Leben demſelben lenger diene / oder vmb jeinet willen ſein Leben laſſe / in betrachtung vnd gewiſ⸗ ſer zuverſicht / daß C Hriſtus allezett hoch an ſeinem Letbe gepretſet / vnnd er derwegen nicht zuſchanden werde: Daß er ſeinen Gewin nicht allein / well er alhte Lebe / ſon⸗ A uj dern


