Druckschrift 
Christliche Predigt, Bey dem Begrebnis der Erbarn vnnd Tugentsamen Frawen Barbara Hewerin, weiland des Erbarn vnnd Achtbarn Herrn Johan Heinrich Hewers, Chur vn[d] Fürstlichen Sächsischen gewesenen AmptSchultheissen zu Suhla, hinterlassenen Widtwin : Anno 1599. den 13. Januarij, aus den letzten dreyen Versen des 91. Psalms gehalten / Durch M. Christophorum Schadium, Pfarrherrn zu Suhla
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Apoc. 10.

Fob 14.

Gen. 47.

Pfalm. 9o.

Sirac. 18.

7. Cor. 13. 1. Iohan. 3.

leben genennet / darinnen nicht allein ſein wird ᷣꝙalpeone Io uæihy, ſondern auch ſummorum inæſtimabilium bonorum deoꝛ. Es heiſt auch ewig leben / denn es wird do keine zeit mehr ſein. Diß leben allhier weeret eine kurtze zeit/ Buoñc kn XpbrG⸗ isi Byx o ſagt Simo⸗ nides. Alſo auch Clitomachus: Rpæv ycß zrluo 3 iG ice Teun kæupi reuera preuis eſt vita, ars au⸗ tem longa. Do der fromme geduͤltige Job des Men⸗ ſchen leben beſchreibet / nennet er daſſelbe kurt vnd boͤſe/ wie er ſagt: Der Menſch vom Weib geborn/ lebet eine kurtze zeit / vnd iſt voll vnruhe. Der heilige Patriarch Jacob ſagt von ſeinem leben / welches er vff die hundert vnd dreiſsig jahr damals gebracht / es ſey wenig vnnd boſe. Der Mann Gottes Moſe redet von dem kurtzen vnd boſen leben vff dieſer Welt alſo: Vnſer leben wee⸗ ret ſiebentzig jahr / wenns hoch koͤmpt / ſo ſinds achtzig jahr / vnnd wenns koſtlich geweſen iſt/ ſo iſis muͤhe vnd arbeit geweſen / denn es fehret ſchnell dahin / als floͤgen wir dauon. Vnd kurtz zuuor ſagt er: Tauſent jar ſind fur dir / wie der tag der geſtern vergangen iſt / vnd wie ei⸗ ne Nachtwache. Sind nun tauſent jar eine ſolche kur⸗ tze ʒeit / wie viel mehr muͤſſen ſiebentzig oder achtzig jahr⸗ oder laß es gleich hundert jahr ſein / wie Sirach ſetzet⸗ welche doch vnter viel tauſent Menſchen gar wenig er⸗ reichen / gar eine geringe zeit ſein.

Demnach haben die alten Lehrer dieſe wort nicht von des zeitlichen / ſondern des ewigen lebens erlengung / welche ohne ende iſt / verſtanden / ʒumal weil darauff fol⸗ get / Ich wil jhm ʒeigen mein heil / oder wie es in der hei⸗ ligen Sprach lautet / meinen Jeſum oder Heyland

welchs denn im ewigen leben geſchehen wird / da wir jhn

ſehen werden von Angeſicht zu Angeſicht / wie er o