mit langem leben · Dieſe wort werden vff zweyerley
weiſe ausgelegt vnd verſtanden. Erſtlich von dem langen leben in dieſer Welt / wel⸗
ches denn auch eine gabe vnd wolthat Gottes iſt / denn
er iſi vnſer leben / vnd die lenge vnſer tage / oder / wie es
peu zo. Lutherus gegeben / vnſer langes alter. In jhm leben ⸗
naor. 17. weben / vnnd ſind wir. Sein auffſehen bewaret vnſern
odem⸗ vnſer zeit / ſaget Dauid / ſiehet in ſeinen Henden.
Perheiſſet demnach Gott allhier das leben ſo lange zu
friſten / das man deſſelben ſatt vnd vberdruͤſsig werde⸗
wie die Schrifft von den heiligen Altvaͤtern vnnd Pa⸗
Gen. 3. & triarchen / Abraham vnnd Iſaac meldet/ das ſie alt vnd des lebens ſatt geweſen ſind.
Obicctio. Es moͤchte aber jemand fragen / Wie dieſe wort von der erlengerung des zeitlichen lebens zu verſtehen⸗ wie es denn komme / das fromme leut offt nicht ſo lange leben / als die Gottloſen? Vder / warumb der Prophet
tn. s. Eſalas ſage/ der Gerechte werde weggerafft fuͤr dem S. . vngluͤck? Vnd das Buch der Weisheit / das der Ge⸗ p. rechte ʒeitlich ſterbe / Er gefalle Gott / ſey jhm lieb/ vnd werde weggenommen aus dem leben vnter den Suͤn⸗ dern /t. Wie denn auch die Heyden es fuͤr eine ſonder⸗ liche liebe vnd gnade Gottes erkandt / wenn einer ʒeitlich ymurarch. in geſtorben / daher Menander ſagt: in dt heci ꝙunðᷣow dred⸗ conſol. ad A⸗ vuꝰu S Wen Gott lieb hat / der ſtirbt fein jung da⸗ poll. hin. Solches koͤmpt ja / magſtu ſagen / mit dieſer ver⸗ heiſſung allhier nicht vberein / do die from̃en mit langem
leben ſollen geſettiget werden.
Da ſol man nun wiſſen / das alle leibliche verheiſ⸗
weponho, ſunge zu verſtehen ſind /cum aliqua exceptione. Vnd gleich wie Bernhardus von der gleubigen Gebet ſaget:
Aut fiet quod petitur aut expedit non fieri, das iſi⸗
Entwe⸗


