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Eine Christliche Leichpredigt, Bey der traurigen Gräfflichen Begräbniß, Des Wolgebornen vnd Edlen Herren, Herren Wilhelms, der Vier Graffen des Reichs, Graffen zu Schwartzburg vnd Hohnstein, Herrn zu Arnstadt, Sondershausen, Leuttenberg, Lohra vnd Clettenberg, Christmilder vnd seliger Gedächtnis : Welcher den 30. Septemb. Anno 98. zwischen 12. vnd 1. Vhr in der Nacht, auffm Straußberge im Herren friedlich vnd selig entschlaffen, vnd den 6. Nouemb. in der vnter new erbawten Pfarrkirchen zu Franckenhausen Christlich vnd solenniter zur Erden bestattet worden : Aus dem 77. Psalm, Jn öffentlicher trauriger versamlung gehalten / Durch Erasmum Rhotmalerum Ilfeldensem, Mitdienern am Wort Gottes daselbst
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Leichpredigt. vnd nach gaͤntzlicher Berrichtung des GOttesdienſt / ſich erſt wiper anheim verfuget: Sintemal S. G. ein ſonderliche Luſt vnd Belte⸗ bung zu GOttes Wort getragen / daſſelbe nicht allein gerne gehoret/ ſondern auch gerne vnd teglich geleſen / Im maſſen S G. auch die Bibel vnd feine nůtzliche Gebetbuͤcher / ſonderlich aber den Pſalter/ des Matheſij Poſtill / ſehr lieb vnd taͤglich in Haͤnden ge⸗ abt.

Wie nichts wenigers andere nůsliche Buͤcher vnd Schrifften mehr / Vnd wann S. G. gehoͤrt / daß etwa ein gut nuͤtzlich Buch in Druc gangen / haben ſie es gekaufft / ſich darinne zuerſchen. Vnd wie Daud ſagt / Pſal. ny. Dein WDrt iſt meinem Munde fuͤſſer den Honig / ?7. Ich liebe dein Gebot vber Gold vnd fein Gold. Alſo iſt auch Luſt vnd Sehe gegen GOttes WOrt in dieſem edlen · Herüen geweſen.

Dabeh es S Gnicht bleiben laſſen / dann ſie nicht allein fuͤr ſich Gottfurchtia geweſen / GOttes Wort gelrebt / gerne gehoͤret / vnd fleiſsig geleſen / Sondern es ſind auch die k ffectas kidei e pletaris dar⸗ auff erfolget / Dann S. G. auch dahin geſehen / daß das Wort GOt⸗ tes / in ders Gebiete vnd Herrſchafft recht gelehrt vnd getricben / ja

jhre Vnterthanen mit geſunder vnd reiner Lehr verſehen vnd verfor⸗⸗

get werden moͤchten / Haben demnach alles was demſelbigen zu wider lanſſen wollen / als eine rechte Chriſtliche Obrigkeit / wie jederman die⸗ ſes Orts bekandt / abgeſchafft.

Vnd damtt es jederzeit richtiz im Predigamnpt zu gehen / und die Zuhörer durch falſche Lehr / vnd boͤſes Leben nicht mochten verfuh⸗ ret noch geaͤrgert werden / Haben S G.offt ordentliche nd Ehriſt⸗ liche viſttatidnen in jhrer Herrſchafft angeſtellet / die nicht allein zu erhaltung Zücht vnd Erbatkeit/ Sondern auch vernemlich uEr⸗ haltung vnnd Fortpflanzung reiner geſunder Lehr dienen vnd ven nö⸗ ten ſind.

Vnd haben S. G nicht gerne gehoͤrt vnd vernommen/ wenn Pfarrherrn ſich vnteretnander / oder mit jhren Zuhörern nicht haben vertragen koͤnnen / oder aber ſonſt in jhrem Ampt micht ißig gewwe⸗ ſen / noch den Schafflein mit geſunder ichr vnd gutem Wandel vor⸗ gegangen/

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