Druckschrift 
Eine Christliche Leichpredigt Vber das Euangelium am 21. Sonntage nach Trinitatis, Vom Königlichen : gehalten zu Dreßden im Schlos den 24. Octob. in grosser Versamlung vieler Hoher Potentaten, Fürsten vnd Herren : Als jetzo die Churfürstliche Leich des weiland Durchlauchtigsten Hochgebornen Fürsten vnd Herrn, Herrn Christiani, Hertzogen zu Sachsen, des Heiligen Römischen Reichs Ertzmarschalln vnd Churfürsten, Landgraffen in Düringen Marggraffen zu Meissen, etc. : Welcher den 25. Septemb. früe vor 7. vhr in diesem 1591. Jahre, seines alters 31. zu Dreßden in Christo seliglich entschlaffen ist, auffm Schloß in die Creutzkirche daselbsten hat sollen gesetzt werden
Einzelbild herunterladen

1 1

auffgeſchoben wird vnd Chriſt ſich gleich ſtellet/als wl te er ſeine Gnad vnd wolthat ſtracks von vns abwenden. wievns Dieweil aber der HxRRhie der Zeichen vnd Wun⸗ worumb der erwehnet fragt ſichs nit vnbillich / ob man die ſelbige Fchende von Gott bitten vnd begeren ſolle. Denn auch Zachari⸗ ve vnn as Luc. ). drumbgeſtrafft wird / das er viertzig gantzer wo geſchehen chen Stumm ſein muß / dieweil er ein Zeichen vom Engel begchret. Darauff iſt zu antworten / daß man ſehen muß auff die vrſachen/ ſo fleiſoig zu vnterſcheiden / vmb wel⸗ cher willen manʒeichen vnd Wunder bittet. Denn etliche begehren dieſelbige zur beſtetigung jres beruffs vndLehre vnd Gott gibt ſie auch bißweilen / wie das exempel Moſis Gideonis / Dauids vnd Chriſti ſelbs ausweiſet. Daher bittet die liebe Kirch zu allen zeiten wunderliche errettůg / damit ſie ein gewiß geichen Zeugnis ſey / der mechtigen gegenwart vnd hülff Gottes in ſeiner Gemein ſpricht aus dem 86. Pſalm. HErr thue ein Zeichen an mir/ das mirs wolgehe / das es ſehen / die mich haſſen / vnd ſich ſche⸗ men muͤſſen / dz du mir beyſteheſt HErtvnd troͤſteſt mich. gwal, Gott bat zu dieſen vnfern zeiten eineichen vnd Wun růgœhriſt der gethan / das er die C hriſtliche Lutheriſ che Religion wi ucher Lu⸗ der aller Papiſten / Jeſulten Sacramentſchwermer vnd Aeuleen anderer Rotten vnd Secke /wůͤten vnd toben/ ſo gnedig⸗ ein groß lich erhalten hat. Vnd ob ſichs wol leider hat laſſen anſe⸗ zeichen hen / als wuͤrde dergwinglianiſin Caluiniſmus dieſer en Lande Kirchen vnnd Schulen /wie eine Sündflut vher⸗ tenzeten. ſchwemmen/ vnd alles in hauffen reiſſen / ſo hat doch ſol⸗ len vnd muſſen das herrliche Bekentnis THERI von d Tauffe / vom Ibendmal / vnd von andern Artickeln Chriſtliches Glaubens / die er durchGottes Gnad auſſm nſicrnis ans Liecht bracht/in vieler tauſendt Herhenfeſt pnd vnbeweglich bleiben darumb das es in ũ