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Zur Geschichte der freien Verse in der deutschen Dichtung : von Klopstock bis Goethe / von Adolf Goldbeck-Loewe
Entstehung
Seite
71
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§ 77. Im vorhergehenden Abschnitte wurde darauf hinge- wiesen, dass Goethe in seinen freien Versen häufig einen bestimm- ten Rhythmus, gleichmässig oder durch längere Partien fort- laufend, angewandt habe. Dies ist oft in so hohem Grade der Fall, dass mehrere Verse hintereinander vollkommen gleich und regelmässig gebaut sind. Dies erklärt sich leicht aus der frühen Gewöhnung des PDichters an(Reim-)verse mit regelmässigem Rhythmus. Bei Klopstock war dagegen eine solche nicht vor- handen. a) Ich beginne mit einigen Beispielen des jambischen Versmasses, als des weitaus häufigsten. Der Adler und die Taube« Vers 38(gl. D. j. G. II, S. 16 u. 17): Ihn traf des Jägers Pfeil, und schnitt Der rechten Schwinge Sennkraft ab! Er stürzt herab in einen Myrtenhain, Frass seinen Schmerz drei Tage lang, Und zuckt' an Qual Drei lange, lange Nächte lang; Dieses Gedicht besteht fast nur aus jambischen Versen. Fels Weihegesang an Psyches(gl. d. j. G. II, S. 21): Ich sehe sie versammelt dort unten um den Teich, sie tanzen einen Reihen im Sommerabendrot sie drücken sich die Hände und glühn einander an. Und aus den Reihn verlieret sich Psyche zwischen Felsen und Sträuchen weg und traurend In demselben Gedichte befinden sich vor den angeführten Versen sieben vierzeilige Strophen, von denen die dritte bis zur sechsten, die vollständig gleich gebaut sind, aus zweifüssigen Jam- ben bestehen. Als Beispiel setze ich Strophe 5 hierher: Schrieb meinen Namen an deine Stirn; du bist mir eigen,

mir Ruhesitz,