Druckschrift 
Anfänge einer mathematischen Fachsprache in Keplers Deutsch / von Alfred Götze
Entstehung
Seite
222
Einzelbild herunterladen

222

vier Zeune dess Gertens anstreiche 512. Zaun ist stets die Seite einer ebenen Figur: Tateinisch Linen, Teutsch ein strich... Wann sib zu cinem feld oder corpus gehört: ein Schnanchen, ein zcun, ein seiten, ein langeb Fckh 508. Dabei ist zunächst an die geradlinige Seite gedacht, doch sind die gebogenen nicht grundsätzlich ausgeschlossen: Wann aber die eine Zahl von der Feldung gemeint, die andere vom Zaun darzu, oder die elne von dar Wand, die andere vom innerlichen Ranm... so gilt nicht die Kegel detri 510. Auch Umzäunun steht als allgemeiner Ausdruck von eckigen und runden Figuren: Wann die Vmb- zeunungen gleicher Lenge Seind, welches Feld alsdann am grössesten 555; Ein Vertantnus ist zuischen disen gantz heschlossnen Vmbzeunungen vnd zwischen dem Bogen 557, aber auch ausdrücklich vom Kreis: Dann so rechne.. haide Felder cuss jhren diametris oder Vmbzeunungen 540. Vgl. um?zäunen.

Zehner m.Zehnerzahl' Zu einer Tabelle, über deren Spalten 10, 20, 30 usw. stehen, gibt das Weinvisierb. die Anweisung: da such die zehener oben im Täfele 533. Er bietet damit den ersten Beleg für das Wort im mathema- tischen Fachsinn, während mhbd. zehener m. lediglich Münze von zehn Einheiten, Schütze dem zehn Treffer ge- lingen' undZehntherr' bedeutet(Lexer 3, 1044) und noch 1691 Stielers Sprachschatz Sp. 2605 Zehner lediglich als moneta decem nummis constans' kennt. Ueber Zehner numerus decadicus' bei Harsdörffer 1651 s. Felix Müller 820

Zentrums. Mittelpunkt.

Zeugn. spielt im Weinvisierb. eine Rolle, weil seine Synonymen Kepler großenteils fehlen. Stoff ist in der Bedeutung Gewebe' aus dem Niederländischen entlehnt und hochdeutsch nicht vor Schottelius 1663 bezeugt(DVWb. 10 III 140 f.), als naturwissenschaftlicher Begriff erst bei Stieler 1691 und Thomasius 1720(Piur 71). Materie war seit mhd. Zeit vorhanden und konnte 1645 von Zesen mit Zeug verdeutscht werden, bedeutete aber meistStoft, Gegenstand einer schriftlichen oder bildlichen Darstellung