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Anfänge einer mathematischen Fachsprache in Keplers Deutsch / von Alfred Götze
Entstehung
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Durchschneiderm. Das im Deutschen seit 1610 belegte Sekante(Felix Müller 330; Schirmer 66) Kommt im Weinvisierb. nicht vor. Lat. Iinea secans gibt Kepler mit durchschneidende Linie: wann allerhand Para- bolae kleine und grosse mit ihren Güpffeln in der Axlini zu- sammen streichen und es wirdt ein gerade Grundlini winckelrecht durch die Axlini vnd durch alle Parabolas ge zogen, dass alsdann die Felder in disen Kegelschnitten sich mit denen Trümmern der durchschneidenden Lini thailen, auff welchen sie stehen 585. Auch in freiem Gebrauch ist ihm durchschneiden geläufig: hernach zeuch neben dem End B hin ein Lini, die da anstreicht an B, aber den Bogen, wann er auch gleich fürbass gezogen wburde, nicht durchschneidet 552. Von daher gewinnt er für die E klärung“ Durchschneider, Secans 611. Er führt den sonst unbelegten Ausdruck(Felix Müller 328) in der trigono- metrischen Bedeutung reziproker Wert des Kosinus' durch: Da jindet man auch, Sonderlich bey Pitisco, in Schöner Ord- nung beygestelt, die lini BF Tangentem oder den Anstrei- cher, und AF secantem, den Durchschneider 506; Nimb den seconten oder Durchschneider auff 15 gradus auss dem Ca- none... das dividir noch einmal mit demselben secante 514.— Unabhängig von Kepler braucht Daniel Schwenter 1067 Geometr. pract. Durchschneider im Sinn von Durch- messer(Piur 37).

Durchzugm. In heutiger Schulsprache gilt Durc h- messer, von Schirmer 18 und Felix Müller 328 seit 1667 nachgewiesen, für den Diameter des Kreises, während die Diagonale des Vier- und Vielecks ihren fremden Namen behalten hat. Beide Wörter fehlen in Keplers Deutsch, auch die beiden Begriffe werden nicht immer getrennt bezeichnet, vielmehr wird Keplers Ersatzwort von der„Erklärung“ für beide eingeführt: Zwerlini, Querlini, Durchzug, Diago- nios, vel quasi Transversalis ab orificio ad fundum dolii 611, und im Weinvisierb. wechselnd für beide gebraucht, sowohl für die Diagonale des Vierecks: also auch bey(einem Vier- eck von) 25, 35, 25, 35(Schuh Seitenlänge), wann die Figur sich naiget, daß die zwen Durchzüge /(Diagonii) einander