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Egesippi, des Hochberühmten Fürtrefflichen Christlichen Geschichtschribers, fünff Bücher: Vom Jüdischen Krieg, vnd endlicher zerstörung der Herzlichen vnd gewaltigen Statt Jerusalem : ... Sam[m]t eynem nutzlichen Register vnd schönen Figuren/ Jetz newlich auß dem Latein auffs trewlichest verteutschet, mit kürtzen Summarien aller vnnd jeder Bücher vnd Capitel, Auch ordenlicher Jarechnung gezieret, vnd mit Concordantzen bey des auff die Heylige Bibel vnd vnsern newen Teutschen Josephum gerichtet
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8 i 14 Plirtrefflichen vnnd chicheſchreibers/ von Zerſtoͤ⸗ rungder&

tatt Jeruſalem. A N A K EP H A L AE O 8 1 5

Daß iſt

Buͤchern geſagt worden.

M zwey vnd vierzigſten jar nach des Herꝛen Leiden aber im erſten jar des Keyſerthumbs Veſpaſiani/ ward das Jů⸗ diſche Land mit beſchwerlichen Kriegen/ vnd jnnerlicher Auff⸗ S ruhr zerziſſen. Deßigleichen hatte auch jhre Statt Jeruſalem treifachen Krieg. Da war keyn auffhoren/ keyne ruh/ keyn an⸗ ſtand /aber allen augenblick Scharmuͤtzel. Vil fielen zu boden/

3 vnzaͤhlich vil wurden erwuͤrget. Das Blut verunreyniget al⸗ 2 les/ vnd erfuͤllet des Tempels eingang. Die Leichen fielen hin S vnd wider/ deren etliche mit Pfeiien/ etliche ſonſt mit Geſchuͤtz

SS getroffen wurden. Keyn ort war ohnegefahr/ keynezeit zu rath⸗

w

Widerholung fuſt alle deſſen/ was inden borigen

Eegeſip. lib.ʒ, Cap. i

ſchlagen /keyne hoffnung der beſſerung/ keyne gelegenheyt ʒufliehen/ Es war alles trawrig/ vñn

voller grauſamkeyt/allenthalben leyd /ſchrecken/ allenthalben Weiber geſchrey/ der Alten heu⸗ len/der ſterbendenſeufftzen/ der Lebendigen verzweiuelung/ daß die vherblibene elend/ die ſter⸗ benden ſelig zuſchaͤtzen waren. 2

Wie biſtu ſo ſchaͤndlich betrogen von deinem Volck/ vmb welches willen du ſelig geach⸗ tet wareſt⸗ Wie biſtu durch deine eygene Waffen zerſtoͤret/ vnd haſt deine Haͤnde wider dich ge⸗ wende/ſo du doch pflegteſtohne Waffen zu vberwinden/ vnd ohn allen Streit den Feind zu⸗ ſchlagen/ da die Engel fur dich ſtritten/ vnd dir die Waͤllen des Meers/ der Erden Kluͤffte/ des Himmels praſſeln dienete? Ach Moyſe mache dich jettauff/ vnd ſihe an dein Geſchlacht/ das Erbe deines vertraweten Volcks/ wie es eynander ſelbs erwuͤrget. Lieber ſchawe an das Volck Gottes/ dem das Meer eynen freien durchgang gab/ dem der. Him̃el/ als e Hunger lit⸗ te/ſpeiſe gab/ wie es nuh ohne Meer verſchloſſen/ ohne Pharaone belaͤgert iſt ohne vnfrutht⸗ barkeyt des Landes Hunger leidet. Stehe auff Aaron/ der du damals/ als der Tod in Got⸗ tes Volck/ von wegen der Suͤnde/ damit ſie Gott erzuͤrnet hatten/ vil aufffraß/ zwiſchen den Lebendigen vnd Toden ſtundeſt/ vnd der Tod nachließ/ die Seuch/ da dein Leib darzwiſchen kam /jnnen hielt/das ſie nicht weiter die Lebendigen vergifften kont. Ach Jeſu Naue/ kom du auch her fuͤr/ der du die vnůberwindliche Mawꝛen Hiericho/ durch der Trõĩeten Hall ʒu bodt

Lið. Capa

gewoꝛffen/ vnd beſihe das Volck/ dem du die Außlaͤndiſche vnterthaͤnig gemacht/ wie nuh daſ⸗

ſelb vntertruckt liget. Stehe auff Dauid/ der du mit deiner lieblichen Harffen den boſen Geyſt vertreibeſt/ ſihe wie doch das wuͤten vberhand genom̃en/ vnd deine ſiehliche pſalmen bei den verꝛuchten Leuthen ſo gar vergeſſen/ vnd eyn jeder Oberſter das gantze Volck ʒum tode bꝛinge/ die Freiheyt jhm abzudringen/ fur welches du doch dich ſelbs in den tod wagteſt. Komm her⸗ fuͤr Eliſee/ der du den Feind in Samariamgefuͤhret/ vnnd zum Freunde gemacht haſt/ Durch dich hoͤret man in der Syrer Laͤger das praſſeln viler Waͤgen/ die Stimm der Reuter/ vnd ey⸗ ner groſſen macht/ Der eind flohe/ vnd die Juden kamen der Belaͤgerung ab. Woh bleibt jett ſolch froͤmbkeyt/ woh ſeind nuh ſolche Werck der Heyligẽ? Aber es iſt keyn wunder/ daß ſie der Propheten Werck verloren/ die der Propheten Maiſter verlaͤugnet haben. Darumb ſeind nuh liebes Judea/ deine Waffen wider dich gewendet/ vnnd dein Gebett iſt w