Egeſippi/ bon Zerſtoͤrungder Statt
Der Tempel brennt/ etliche ndẽ ſtůrtzen ſich ins Fewer/ Titus lanfft in den Tempel verwundert ſich vber das herꝛliche Gebaͤw/ die Juden ſtoſſen die vberige Gebaw ſelbs an/ vnd entſtehet vnter jhnen eyn falſcher Prophet/ der vil verfuͤhret.
die Gemach des Tempels noch brennten. Da dieſelben auß gebrañt waren ⸗ lieff er mit vngeſtůͤmm in den Tempel. Vil ſturben dahin vber ſolchem an⸗ blick/ erliche ſturtzeten ſich in das fewer/ deren Augen nicht dulden konten/ daß ſie nach dem Tempel ſolten vberbleiben. Titus lieff wider hun vnnd ſa⸗
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gefiele/ daß er frei offenlich ſagt/ es were deraller fuͤrtrefflichſt vnnd koͤſtlichſt Tempel geweſen. Titus verwunderte Er verwundert ſich vber die groſſe Steyne/ vber den hellen Glantz der Metall/ vber das ʒierli⸗ 3 herl che Werck/ vber die liebliche vnd holdſelige ſchone/ vnd ſaget: Es were der oꝛt nicht vnbillich 8 po beruͤhmt geweſen/ daß man von allen enden dahin kommen/ dann er glaubt gewiß/ daß es freilich anders nicht/ denn des hoͤchſten Gottes Behauſung geweſen. Bie groſſe Ehr macht
daß man auch der Religion deſto mehr glaubet/ daß auch die Barbariſ che Volcker den Tempel
in ehren hielten/ vnd die Raͤuber der Religion Geſchenck hinein braͤchten/ welche doch dazumal
naubenrder die ſhren Raubeten/ vnnd die Moder verſchwendeten/ vnnd alles anfielen/ der Witwen vnd ſen Gůter. i Waiſen Guͤter/ ſo man dahin auffzuhebengeben/ als vb ſie ſich an den vberwundenen raͤche⸗ ten/ſo den Roͤmern etwas an jhrem Raub abgienge. Da ſie auch ſahẽ daß der Tempel brannte⸗
ſteckten ſie ſelbs das vberige an/ das ja keyn Gebaͤw nach verhergung des T empels vberblibe⸗
hieltens fur eynen Gottebdienſt/ wann alles mit dem Tempel vmbkaͤme. Noch lieſſen die Ju⸗
den jhre tuͤck vnnd Meyneyd nicht/ dardurch ſie denn eyne groͤſſere verhergung verurſachten.
Dann als viler Gemuͤter nach jbres Kriegsuolcks niderlag bewegt wurden/ ſich den Roͤmern
Eon falſcher Pro⸗ zu ergeben/ fieng eyn falſcher Prophet/ auß verꝛucktem Gemůt an zu ruͤhmen/ es wuͤrde Gote Lhet verfuͤhret das den Tempel mit ſeiner huiff nicht verlaſſen/ berieff das Volckzu ſich/ als durch eyne Gott⸗
Wolc* * liche Stimm/ er bleibe noch in ſeinen Tempel/ er Feinde Hauffen
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vnd die Bꝛunſt loͤſchẽ. Als nuhn die elende Leuth den falſchẽ betrug zu jhꝛem nachtheyl glaubtẽ⸗
wurden ſi ſchaͤndlich wie das Vihe erwůͤrget/ vnd kamen vngerochen vmb. Wann ſieaber
hetten
Ls nuh der Keyſer ſich muͤde geſchrien kehret er wider vmb da
he vmb vnd vmb/ wat es füreyn Hauß were. Welches Zierde jhm ſowol
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