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Egesippi, des Hochberühmten Fürtrefflichen Christlichen Geschichtschribers, fünff Bücher: Vom Jüdischen Krieg, vnd endlicher zerstörung der Herzlichen vnd gewaltigen Statt Jerusalem : ... Sam[m]t eynem nutzlichen Register vnd schönen Figuren/ Jetz newlich auß dem Latein auffs trewlichest verteutschet, mit kürtzen Summarien aller vnnd jeder Bücher vnd Capitel, Auch ordenlicher Jarechnung gezieret, vnd mit Concordantzen bey des auff die Heylige Bibel vnd vnsern newen Teutschen Josephum gerichtet
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Egeſippi/ bon Zerſtoͤrungder Statt

Der Tempel brennt/ etliche ndẽ ſtůrtzen ſich ins Fewer/ Titus lanfft in den Tempel verwundert ſich vber das herꝛliche Gebaͤw/ die Juden ſtoſſen die vberige Gebaw ſelbs an/ vnd entſtehet vnter jhnen eyn falſcher Prophet/ der vil verfuͤhret.

die Gemach des Tempels noch brennten. Da dieſelben auß gebrañt waren lieff er mit vngeſtůͤmm in den Tempel. Vil ſturben dahin vber ſolchem an⸗ blick/ erliche ſturtzeten ſich in das fewer/ deren Augen nicht dulden konten/ daß ſie nach dem Tempel ſolten vberbleiben. Titus lieff wider hun vnnd ſa⸗

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gefiele/ daß er frei offenlich ſagt/ es were deraller fuͤrtrefflichſt vnnd koͤſtlichſt Tempel geweſen. Titus verwunderte Er verwundert ſich vber die groſſe Steyne/ vber den hellen Glantz der Metall/ vber das ʒierli⸗ 3 herl che Werck/ vber die liebliche vnd holdſelige ſchone/ vnd ſaget: Es were der oꝛt nicht vnbillich 8 po beruͤhmt geweſen/ daß man von allen enden dahin kommen/ dann er glaubt gewiß/ daß es freilich anders nicht/ denn des hoͤchſten Gottes Behauſung geweſen. Bie groſſe Ehr macht

daß man auch der Religion deſto mehr glaubet/ daß auch die Barbariſ che Volcker den Tempel

in ehren hielten/ vnd die Raͤuber der Religion Geſchenck hinein braͤchten/ welche doch dazumal

naubenrder die ſhren Raubeten/ vnnd die Moder verſchwendeten/ vnnd alles anfielen/ der Witwen vnd ſen Gůter. i Waiſen Guͤter/ ſo man dahin auffzuhebengeben/ als vb ſie ſich an den vberwundenen raͤche⸗ ten/ſo den Roͤmern etwas an jhrem Raub abgienge. Da ſie auch ſahẽ daß der Tempel brannte⸗

ſteckten ſie ſelbs das vberige an/ das ja keyn Gebaͤw nach verhergung des T empels vberblibe⸗

hieltens fur eynen Gottebdienſt/ wann alles mit dem Tempel vmbkaͤme. Noch lieſſen die Ju⸗

den jhre tuͤck vnnd Meyneyd nicht/ dardurch ſie denn eyne groͤſſere verhergung verurſachten.

Dann als viler Gemuͤter nach jbres Kriegsuolcks niderlag bewegt wurden/ ſich den Roͤmern

Eon falſcher Pro⸗ zu ergeben/ fieng eyn falſcher Prophet/ auß verꝛucktem Gemůt an zu ruͤhmen/ es wuͤrde Gote Lhet verfuͤhret das den Tempel mit ſeiner huiff nicht verlaſſen/ berieff das Volckzu ſich/ als durch eyne Gott⸗

Wolc* * liche Stimm/ er bleibe noch in ſeinen Tempel/ er Feinde Hauffen

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vnd die Bꝛunſt loͤſchẽ. Als nuhn die elende Leuth den falſchẽ betrug zu jhꝛem nachtheyl glaubtẽ⸗

wurden ſi ſchaͤndlich wie das Vihe erwůͤrget/ vnd kamen vngerochen vmb. Wann ſieaber

hetten

Ls nuh der Keyſer ſich muͤde geſchrien kehret er wider vmb da

he vmb vnd vmb/ wat es füreyn Hauß were. Welches Zierde jhm ſowol

ſeun duch

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