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Egesippi, des Hochberühmten Fürtrefflichen Christlichen Geschichtschribers, fünff Bücher: Vom Jüdischen Krieg, vnd endlicher zerstörung der Herzlichen vnd gewaltigen Statt Jerusalem : ... Sam[m]t eynem nutzlichen Register vnd schönen Figuren/ Jetz newlich auß dem Latein auffs trewlichest verteutschet, mit kürtzen Summarien aller vnnd jeder Bücher vnd Capitel, Auch ordenlicher Jarechnung gezieret, vnd mit Concordantzen bey des auff die Heylige Bibel vnd vnsern newen Teutschen Josephum gerichtet
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Egeſippi/ bon Zerſtrungder Statt

4 0 3 4 in welch Grab ſol ich dich legen/ daß du nicht den Hunden vnd Voͤglen/ oder den wilden Thie⸗ 2ub

7 2 ren eyn Raub werdeſtn Ja ſag ich /es iſt vns alles geraubet. Doch kanſiu mein werder Schatz Den

auch alſo deine Mutter nehren/ deine Haͤndlein ſeind gut ʒur Speiſe. O du mein holdſeliges se

Hertzlein/ deine ſuͤſſe Glider/ ehe denn ſie der Hunger gar außzehꝛet/ gib widerumb der Mut⸗ dißd

ter/ die du von jhr empfangen haſt/ kom wider mein liebes Soͤhnlein in das natuͤrlich heymlich h

oꝛt/ in die behauſung/ da du deinen Geyſt empfangen/ in derſelben wird dir eyn Grab nach dei⸗.

nem tod bereytet. Ich wil ſelbs vmbfahen daß ich geboren hab/ Ich wil es bekuſſen/ vnd welchesb

ſonſt die groſſe vngehaltene Liebe pflegt/ das thu jetzund die groſſe not daß ich ſelbs meine Gli⸗ nhn

der freſſe/ nicht durch eyn angenommene weiß/ ſondern mit tieffen Biſſen. So ſei nuh mir ey⸗⸗ me

ne Speiſe/ den Moͤrdern eyn vrſach ʒu wůͤten zu toben/ vnd dem Menſchlichen Geſchlaͤcht ſön,

eyn Schawſpil/ welches alleyn nach vnſerm viffltigen jaier mangelt. Was wolteſt duthun⸗.

liebes Soͤhnlein/ wann du auch eyn Soͤhnlin hetteſt Ich habe gethan/ was die naturlich lie⸗

be erfordert/ Ich muß nuh auch thun/ darzu mich der Hunger treibet. Doch iſt deine ſache vil bi beſſer/ vnd gleichſam eyn Gottſelig Werck/ dieweil es vil traͤglicher iſt/ daß du mit deinen Gli⸗

dern deine Mutter geſpeiſeſt haſt/ denn daß dich deine Mutter entweder toden oder freſſen kan. ſini

ihr Als ſie dz geſagt/wendt ſie jhr Angſicht weg/ nam eyn Meſſer ſtach ẽs darein/ ʒerſtucket jhr wwa

Soͤhnlin/ legets auffs Jewer/ eyn theyl ſie/ dz ander theyl verſteckt ſie/ daß nicht jemann e e darzu kaͤme. Aber der Geruch des Bratens kam fuͤr die auffrhůriſche Haubtleuth/ die volgeten rari etderg ſtracks dem geruch nach /lieffen in des Weibes Herberg/ draͤweten jhꝛ den tod/ daß ſie hett doͤrf⸗ fen eſſen/ da ſie hunger litten/ vnd jhnen nichts von der Speiſe/ die ſie bekom̃en/ mit getheylet 2 von jhrem Rin hekte. Aber ſie ſprach: Ich hab euch eyn theyl behalten/ ich bin nit geitzig/ noch vnbarmhertzig

de für. geweſen:Zoꝛnet nit/ jhꝛ habt auch zu eſſen/ ich hab euchvon meinem ꝗleyſch Blut Speiſe zu i 2* wilde T Citpen mer/ da ichentſe daßicht mezuſ grewlich enwöll vnglaͤul bereytet. Setzt euch geſchwind nider/ ich wil den Tiſch zuruͤſten/ jhꝛ habt euch zu verwundern⸗ ſben/ v mein that ʒumelden/ daß jhꝛ nie keyn Weibsbild ſo geneygt gefunden/ die euch auch jhr lie⸗ hhenhe bes holdſeligs Soͤhnlein nicht voꝛgehalten hab. Da ſie ſolches geredt/ entdecket ſie ʒugleich die inckene angebrannte Glider/ bot ſie jhnen dar ʒu eſſen/ mit ſolcher vermahnung/ ʒuſprechen: Das dansfiu iſt meine Mahlzeit/ das iſt ewer theyl/ beſchawet fleiſſig ob ich euch betrogen hab. Schet da iſt den daß eyn Kindes hand/ ſehet da iſt ſeiner Fuͤßlin eyns/ ſehet dz iſt der halb Leib/ das jhꝛ nit meynei⸗ Wigen es ſei eyn frembdes/ es iſt mein Soͤhnlein/ daß jhꝛ nit meynet es ſei eyns andern geſchaͤfft/ ich ganz H habs gethan/ ich hab es fleiſſig zertheylet/ mir mein theyl ʒu eſſen/ vnd das vbrige euch geſparet. aber ich 2 Du kin