Teil eines Werkes 
Erste Teil (1590) Vom XVII. Jar an, bis auff das XXII. / [Mitwirkende: Konrad Adelmann von Adelmannsfelden, Albrecht von Brandenburg, Andreas Bodenstein, Kaspar Creutziger d. Ä., Nikolaus von Amsdorff, Adolf von Anhalt Bischof von Merseburg; Johannes Eck, Friedrich III., Kurfürst von Sachsen, Gabriel von Eyb, Maximilian I., Kaiser; Leo X., Papst; Johann Friedrich II., Herzog von Sachsen; Johann Friedrich III., Herzog von Sachsen; Georg, Herzog von Sachsen; Johann Wilhelm, Herzog von Sachsen; Karl V., Kaiser; Philipp von Bayern; Philipp, Landgraf von Hessen; Johannes von Schleinitz, Bischof von Meißen; Georg Spalatin, Johannes Tetzel, Tommaso de Vio, Georg Rörer]
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3 1A* 88 A Auslegungdes Magnificat. Vnnd wo der Geiſt nicht mit dem Glauben/ als mit einem hoͤhern Liecht erleuchtet/ dis Liecht der Vernunfft regiret /So mas ſie nimer on Irrthum ſein. Denn ſie iſt zu geringe in goͤttlichen dingen zu han⸗ deln. Dieſen zweien ſtuͤcken eigent die Schrifft viel dings/ als Sapien- tiam vnnd Scientiam die Weisheit dem Geiſt/ die Erkentnis der See⸗

Wüorhen len/ darnach auch/ Haßs/ liebe/ luſt jgrewel vnd desgleichen. 33. D As dritte iſt der Ceib mit ſeinen Gliedern/ Welchs werck ſind Leib. nur vbungen vnd brauch/ nach dem die Seele erkenn et/ vnd der Geiſt werck des glenbt. Vnd das wir des ein Gleichnis anzeigen aus der Schrifft. Lecbn Saucto- Moſes macht ein Tabernakel mit dreien vnterſchiedlichen Gebewen.. . Das erſt hies/ Sanctum Sanctorum, Da wonet Gott innen/ vnnd war Sanet um. kein Ciecht drinnen. Das ander/ Sanctum, darinnen ſtund ein Leuchter Atrim. nnit ſieben Roͤhren vnd Lampen. Das dritte hies Atrium der Hoff/ das war vnter dem Himel oͤffentlich fuͤr der Sonnen liecht. In der⸗ Iatkun smch· ſelbigen Figur iſt ein Chriſten menſeh abgemalet/ Sein Geiſt iſt an⸗ Gottes wonung/ im finſtern Glauben on Liecht/

num. ctum Sanctorum, 8 Sanſ un. Denn er gleubt/ Das er nicht ſihet noch fuͤlet/ noch begreiffet. Sein Seel iſt Sanctum, da ſind ſieben Liecht/ das iſt allerley Verſtand/ vn⸗*.* Aur. terſcheid/ wiſſen vnd erkentnis der leiblichen ſichtlichen dingen Sein 3 Coͤrper iſt Atrium, der iſt jederman offenbar/ das man ſehen kan/ wvas

. er thut/ vnd wie er lebt. v·,

Sesee des M bittet Paulus/ Gott der ein Gott desFriedes iſt/ wolte vns 1. Theſſ.. 15 heilig machen/ Nicht in einem ſtuͤck allein/ Sondern gantz vnd gar⸗/

durch vnd durch/ das Geiſt/ Seel vnd L eib/ vnd alles heilig ſey. Von vrſachen ſolchs Gebets were viel zu ſagen. Krtzlich/ wenn der Geiſt nicht mehr heilig iſt/ So iſt nichts mehr heilig. Nu iſt der groͤſte Streit/ vnd die groͤſte fahr in des Gei⸗ ſtes heiligkeit/ Welche nur in dem bloſſen/ lautern/ Glauben ſtehet/ I Falſche Lerer. Dieweil der Geiſt nicht mit begreifflichen dingen vmbgehet/ wie ge⸗ ſagt iſt So komen denn falſche Cerervnd locken den Geiſt erausleiner K gibt fuͤr das Werck/ der ander die weiſe/ from zu werden. Wo denn N der Geiſt hie nicht bewaret wird/ vnd weiſe iſt/ So fellet er eraus vnd V folget/ XKompt auff die euſſerlichen Werek vnd weiſen/ meinet damit fr zu werden/ So bald iſt der Glaube verloren/ vnnd der Geiſt too V ur Gott. DSO A heben ſich denn an mancherley Secten vnd Orden/ Das der I Wancherler ein Cartheuſer/ der ein Barfuͤſſer wird/ der mit faſten/ der mit beten/ 4 einer mit dem/ der ander mit einem andern Werck wil ſelig werden/ V Vnd ſind doch alleſampt eigene erwelete Werck/ Orden/ von Gott nie geboten/ nur von Menſchen erdacht/ Daneben ſie nimermehr des Glaubens warnemẽe/ leren ſmer anhin auff die werck bawen/ So lan⸗ gee/ bis das ſie ſo tieff drein komen/ das ſie drob vneins werden/ ein g⸗ Gblernnnene licher das beſt ſein wil/ vnd den andern verachtet/ wie jtzt vnſer Obſer⸗ 1. Theſſ 48 uanten ſich bruͤſten vnd blaſen. Wider ſolche Werckheiligen from⸗ ſcheinende Lerer/ bittet hie Paulus/ vnd ſpricht/ Gott ſey ein Gott des Friedes der Einigkeit/ Welchen ſolche vneinige/ vnfriedſame Dei⸗ ligen nicht haben noch behalten muͤgen/ Es ſey denn/ das ſie jr ding fallen laſſen/ vnd alle ſampt in den Geiſt vnnd Glauben zuſamen ko⸗ men/ vnd erkennen/ Wie das die Werck nur vnterſcheid/ Suͤnde/ vnd Vnfried machen/ Aber allein der Glaube mache from/ eines vnd fried⸗ ſam/ wie Pſalm 6 8. Gott macht/ das wir eines in demn Haus wonen. 1 Vnd

Wercke. Olaube⸗

Pdm. 68.