Teil eines Werkes 
Erste Teil (1590) Vom XVII. Jar an, bis auff das XXII. / [Mitwirkende: Konrad Adelmann von Adelmannsfelden, Albrecht von Brandenburg, Andreas Bodenstein, Kaspar Creutziger d. Ä., Nikolaus von Amsdorff, Adolf von Anhalt Bischof von Merseburg; Johannes Eck, Friedrich III., Kurfürst von Sachsen, Gabriel von Eyb, Maximilian I., Kaiser; Leo X., Papst; Johann Friedrich II., Herzog von Sachsen; Johann Friedrich III., Herzog von Sachsen; Georg, Herzog von Sachsen; Johann Wilhelm, Herzog von Sachsen; Karl V., Kaiser; Philipp von Bayern; Philipp, Landgraf von Hessen; Johannes von Schleinitz, Bischof von Meißen; Georg Spalatin, Johannes Tetzel, Tommaso de Vio, Georg Rörer]
Einzelbild herunterladen

Auslegung des MNagnificat. Vrchleuchttger/ Hochgeborner Fuͤrſt⸗ ꝗ2 ¶gnediger Herr/ E. F. G. ſeien mein arme Gebet

S,N ond Dienſte allzeit beuor. Gnediger Herr/ Ich

ℳo hab E. F. G. gnedigs Schreiben juͤngſt mir vber⸗ o) antwort/ ontertheniglich empfangen/ Vnd alles 2 Bo troͤſtlichs inhalts mit freuden vernomen. Die⸗ weil aber ich E. F. G. nu lange zeit verheiſſen/ vnnd ſchuldig/ das ſKo Magnificat zu erkleren/ Dauon mich die vngeſchickten Hendel vie⸗. ler Widerſacher ſo offt getrieben/ Hab ich E. F. G. Schrifften zu gleich mit dieſem Buͤchlin fuͤrgenomen zu antworten/ Gedacht/ es moͤchte mein verziehen die lenge/ mir ein roͤte vnd ſcham zubringen onnd der behelff ferner Ausrede ſich nicht reimen/ Damit ich nicht verhinderte E. F. G. junges Gemuͤt/ Das zur liebe goͤttlicher Schrifft geneigt/ vnnd durch weiter vbung derſelben mehr erhitzt vnnd geſterckt wuͤrde/ Zu welchem ich E. F. G. wuͤndſch/ goͤttliche Gnade vnd beiſtand/ Wie denn gros vonnoͤten/ Dieweil an eines ſolchen groſſen Fuͤrſten Perſon vieler Leut heil ligt/ So er jm ſeb genomen/ von Gott gnedig geregirt wird/ Widerumb/ vieler verr derben/So er jm ſelb gelaſſen/ vngnedig regirt wird. 8

DEnnob wol aller Menſchen hertzen in der allmechtigen H and

Gottes ſind/ Iſts doch nicht vmb ſonſt allein von der Koͤnigen vnd uer. ar.

Fuͤrſten geſagt/ Das Hertz des Koͤniges iſt in Gottes Hand/ Der

kan es wenden wo er hin wil/ Damit Gott ſein Furcht in die groſ⸗

ſen HErrn treiben wil/ Das ſie lernen ſollen/ Wie gar nichts ſie ge⸗

dencken muͤgen/ das Gott nicht ſonderlich jnen eingibt. Anderer

Menſchen thun/bringt nur jnen ſelb/ oder gar wenigen Leuten fro⸗

men oder ſchaden/ Aber Herrn ſind nur dazu geſetzt/ Das ſie ander

Leuten ſchedlich vnd nuͤtzlich ſind/ ſo viel mehr⸗ſo viel weiter ſie regi⸗ Sottfarchtige ren/ Darumb auch die Schrifft/ from/ gottfuͤrchtige Fuͤrſten/ nen⸗ Surſen nenner net Engel Gottes/ ſa auch Goͤtter/ Widerumb ſchedliche Fuͤrſten/ Pueeer, nennet ſie Lewen/ Trachen/ vnd wuͤtende Thier/ Welche Gott ſelbs

ze. 4. geiſſet ſeiner vier Plagen eine/ Daer zelet Peſtilentz/ thewre Zeit/ Krieg/ vnd wuͤtende Thier.

D Jeweil denn ein menſchlich Hertz von natur Fleiſch vnd blut⸗ aus im ſelb ſich leichtlich vermiſſet/ Vnd/ wo jm gewalt/ gut Ehre dazu in die Hand geben/ wirds durch ſolche ſtarcke Vrſach/ zur Ner⸗ meſſenheit/ vnd all zu freier ſicherheit viel mehr bewegt/ das es Got⸗ b tes vergiſſet/ ſeiner Vnterthanen nicht achtet/ Vnd die weil es raum hat on ſtraff vbel zuthun/ Feret es dahin/ vnnd wird ein Thier/ Bias. thut nur was im gelaͤſtet/ Vnd iſt mit namen ein Herr/ Aber mit der that ein Vnhuld/ Das auch der weiſe Nan Bias wol geredt hat⸗/ . b Magiſtratus

ſſ,