Teil eines Werkes 
Erste Teil (1590) Vom XVII. Jar an, bis auff das XXII. / [Mitwirkende: Konrad Adelmann von Adelmannsfelden, Albrecht von Brandenburg, Andreas Bodenstein, Kaspar Creutziger d. Ä., Nikolaus von Amsdorff, Adolf von Anhalt Bischof von Merseburg; Johannes Eck, Friedrich III., Kurfürst von Sachsen, Gabriel von Eyb, Maximilian I., Kaiser; Leo X., Papst; Johann Friedrich II., Herzog von Sachsen; Johann Friedrich III., Herzog von Sachsen; Georg, Herzog von Sachsen; Johann Wilhelm, Herzog von Sachsen; Karl V., Kaiser; Philipp von Bayern; Philipp, Landgraf von Hessen; Johannes von Schleinitz, Bischof von Meißen; Georg Spalatin, Johannes Tetzel, Tommaso de Vio, Georg Rörer]
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b

Auslegung des LXVIII. Pſalms/ Reichs beraubt. Da teilet nu die Putter der Kirchen ſolchen Raub/ vnd ordnet dieſelben zu mancherley dienſt Gottes/ darnach ein glich⸗ er geſchickt iſt/ Etliche zu Propheten/ Etliche zu Lerern/ Etliche 3u Re⸗ AC. girern/ Etliche zu gemeinen der Armen dienſt/ wie das alles S. Pau⸗ 1 cbe e Ius 1. Cor. 12. beſchreibt. Von dieſem Raub ſagt Chriſtus auch Lu⸗.112 ve 1. Das den Starcken ein Stercker vberwindet/ nimpt jm ſeinen

Parniſch/ vnd teilet aus den Raub.

. So jr werdet ſchlaffen ziwiſchen den Grentzen/ So werden die fittich der Tauben mit Silber vberzogen ſein/ vnd ſre Ruͤckfluͤgel werden ſein goldfaub.

As wil hie werden⸗Was ſind das fuͤr finſter wort⸗Zum Lerſten iſt das zu wiſſen/ das die Fittich der Dogel bedeuten/ Prediger oder Predigt/ Wie das ausweiſen die Cherubim an der Arca. Denn das wort Gottes/ wie der 47. Pſal. ſagt/ leufft ſchnel/ pſal. 147. ja fleugt vnd ſchwebt vber vns. Die Taube iſt auch die Kirche/ die

8— 2. 8. .*—— 2—————————...— 2.. .———.—————————* ————y————————————.— ſſͤ— ͤͤͤſͤſ——————.—— ——. 5——————————p—— —— 1—“————————— 1 3———-———— 4——— — 8 . ¹

flengt wenn ſie predigt/ Die ſind denn vberſilbert/ Wenn ſie die reine 2 Schrifft vnd wort Gottes prediget/ Welchs wird Pſal. 12. vnd Pſai,pſu. 12. Naij 1. Silber genenne. b Eai. 14 4 gledermeuſe ADer wenn Menſchen lere jrre fliegen/ Das ſind Fledermeus flü⸗. K V Ragei. gel/ Wie ſie Eſai. 2. nennet/ mit ſchlam vnd ſtanck vberzogen/ oder ſind— I ſchwartze Raben fittich. Die ſilbern fittich aber bedeuten die lere des 8 — Glaubens. Aber die Ruͤckfluͤgel goltfarb/ ſind die Lere der Tiebe. Denn b Inhalt der lers das gantz Tuangelium leret nicht mehr denn gleuben an Gott/ vnd des Luangeid. lieben den Neheſten/ Drumb nennet er die Fittich/ die ſich von dem Leibe ausbreiten/ vberſilbert/ vnd die Fluͤgel die auff dem ruͤcken ſich enden zum leibe warts/ goltferbig/ Denn die Liebe tregt alle ding/ vnd Liebe. nahet ſich ʒum leibe/ das iſt/ zu vnſerm Neheſten/ Aber der Glaube. ſtreckt vns von ſich zu Gott. Vu iſt an vielen orten der Schrifft die Liebe durchs Golt bedeut/ Welche nu gleuben vnd lieben ſauch alſo 89

leren/ Das ſind dieſer Tauben fittich vnd flüͤgel. ¹ 4 DPnd on zweinel hat der Prophet dieſe Gleichnis von natuͤrlichen Tauben genomen/ Der man wol findet mit weis gleiſſenden fittichen/ b wie das ſilber/ Vnd auff dem ruͤcken/ da die fluͤgel zuſamen gehen/ huͤbſch gruͤn goltfarb. Auch ſo iſt die Taub ein DVogel on Galle/ vnd Beube iſton viel geiſtlicher eigenſchafft bedeutet/ die im Chriſten volck ſein ſollen. Aͤlſſo zeigt dieſer Vers/ wo von das Luangelium lere/ Vnd was das

Wort ſey/ das die Koͤnige der Deerſcharen treiben. b D As ſchlaffen zwiſchen den Grentzen oder enden/ iſt von Geiſllich ſchlaf. Geiſtlichen Schlaff geſagt/ Als die Seele ſchlefft/ wenn ſie der zeitli⸗ fen der Seelen. chen Guͤter nicht mehr acht/ denn als Trawmbilde/ Vnd nennet ſie Grentzen/ Denn dieſe zeitliche ding ſind nicht ein wonung/ ſind auch Bocht gelaſſene nicht ein Weg/ Sondern Grentze/ Denn wir alle ſtund des Tods vnd m. menſchen⸗ ends zeitlichs lebens vnd guts/ warten muͤſſen. Welche nu ſich hal⸗ teen/ als S. Paulus leret/ Das ſie dieſer Welt brauchen/ als brauch⸗i. cor.7 · ten ſie jr nicht/ Die ſchlaffen in dieſen Grentzen/ Vnd ſehen mit wach⸗ enden augen des Glaubens hinuͤber in jenes Leben/ Das ſind recht gelaſſene/ gottlerige Menſchen/ Die koͤnnen darnach recht leren 3 den