Druckschrift 
Ueber die Schaafzucht, insbesondere über die Race der Merinos / Auf Befehl Sr. Excellenz des Minister des Jnnern herausgegeben ; bearbeitet von Tessier, Mitglied des National-Instituts, des Ordens der Ehrenlegion, der Societät des Ackerbaues und der Arzneischule in Paris, des Unterrichts-Ausschusses der Thierarzneischule zu Altorf, und General-Inspektor der Staats-Schäferein ; Jns Deutsche übertragen, mit Anmerkungen und Zusätzen von W. Witte, Mitglied der Potsdamer ökonomischen Gesellschaft und der Pariser Societät des Ackerbaus, Erbherrn auf Falkenwalde
Entstehung
Seite
256
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zen Vitrioldl gießt. Hierauf verſchließt man Jhuͤ⸗ ren und Fenſter, und entfernt ſich, um den ſchäd⸗ lichen Dampf nicht zu athmen, der ſich alsbald ent⸗ wickelt. Nur nachdem der ganze Dampf ſich gaͤnz⸗ lich verloren, oͤffnet man, und kann dann ſicher wieder Vieh hineinbringen).

Von den Haarballen.(Fgagropiles)

Sie finden ſich in dem 3ten Magen(Caillette) allet wiederkauenden Thiere, mithin auch der Schaafe, und man hat deren bis zu der Zahl von 10 16 in demſelben Magen angetroffen. Die Thieratzte ſind deshalb zweifelhaft und uneinig daruͤber, ob ſie wirklich der Geſundheit des Dhiers nachtheilig ſeyn toͤnnen oder nicht, welches leztere doch eher der Fall zu ſeyn ſcheint**), wenigſtens hat man kein innerliches wirkſames Mittel gegen ſie, und kann ihre Entſtehung auch nicht leicht verhuͤten.

Oefters haben dieſe Haarballen dem Aberglau⸗ ben Gelegenheit gegeben, unſchuldige Leute ungluͤck⸗ lich zu machen, die man in der Meinung verfolgt

*) Die Wirkſamkeit dieſes Mittels iſt uns, wie es ſcheint, laͤnger bekannt geweſen, als den Franzoſen. W. **) Rohlwes glaubt, daß Lämmer, welche beim Sau⸗ gen Wolle verſchlucken, wenn der Schaͤfer nicht auf⸗ merkſam genug geweſen iſt, das Euter der Mutter davon zu reinigen, an den, hierdurch erzeugten Haar⸗ ballen haͤufig ſterhen. W.