Druckschrift 
Ueber die Schaafzucht, insbesondere über die Race der Merinos / Auf Befehl Sr. Excellenz des Minister des Jnnern herausgegeben ; bearbeitet von Tessier, Mitglied des National-Instituts, des Ordens der Ehrenlegion, der Societät des Ackerbaues und der Arzneischule in Paris, des Unterrichts-Ausschusses der Thierarzneischule zu Altorf, und General-Inspektor der Staats-Schäferein ; Jns Deutsche übertragen, mit Anmerkungen und Zusätzen von W. Witte, Mitglied der Potsdamer ökonomischen Gesellschaft und der Pariser Societät des Ackerbaus, Erbherrn auf Falkenwalde
Entstehung
Seite
252
Einzelbild herunterladen

ſchr gequslt ſind. Man vertreibt ſie dürch Beruh⸗ ren mit einem fetten Koͤrper, ſie widerſtehen ſogar der Einwirkung der freien Luft kaum, denn den Mor⸗ gen nach der Schur läßt ſich keine mehr ſehen, wenn ſie auch noch ſo zahlreich waren. Die Eng⸗ lander bedienen ſich des Arſeniks und aͤtzenden Sub⸗ limats. Herr Jefferſon hat dem Narional⸗In⸗ ſtitut eine Abhandlung zugeſchickt, worin man den Gebrauch dieſes Mittels afs zu grfährüch, verwirft, und ein andres unſchoͤdliches vorſchl ägt, welches gut zu ſeyn ſcheint. Man ſoll einen Küchenblaſebalg nehmen, an ſeiner Spitze eine blecherne Röhre befe⸗ ſtigen, worin man ſchlechten Dabak ſteckt und ihn anzundet, ein Mann haͤlt das Thier zwiſchen den Knien, ein andrer offnet die Wolle an den verſchie⸗ denen Theilen, und ein dritter bringt mittelſt des Blaſebalgs den Rauch nach und nach uͤberall hin, unter dem Bauch, an den Beinen, den Lenden, u. ſ. w.*). In 8 Stunden ſollen 130 Schaafe mit en Mittel geheilt werden können; in 24 Stun⸗ den ſind Deeken und Laͤuſe todt. Nach der Dpe⸗

X

Dies erinnert an Fellenbergs pochſ ginchen Ge⸗ danken, die Feldmaͤuſe durch Schwefeldaͤmpfe zu er⸗ ſticken, welche man auch mittelſt eines Blaſebalgs in ihre Loͤcher bringt Ich hoffe, daß die fruchtbare Erfindungskraft dieſes Mannes, die bei meiner An⸗ weſenheit in Hofwyl noch nicht vollig geordnete Idee dieſes Inſtruments zur Vollkommenheit gebracht ha⸗

ben wird. Wen