Druckschrift 
Ueber die Schaafzucht, insbesondere über die Race der Merinos / Auf Befehl Sr. Excellenz des Minister des Jnnern herausgegeben ; bearbeitet von Tessier, Mitglied des National-Instituts, des Ordens der Ehrenlegion, der Societät des Ackerbaues und der Arzneischule in Paris, des Unterrichts-Ausschusses der Thierarzneischule zu Altorf, und General-Inspektor der Staats-Schäferein ; Jns Deutsche übertragen, mit Anmerkungen und Zusätzen von W. Witte, Mitglied der Potsdamer ökonomischen Gesellschaft und der Pariser Societät des Ackerbaus, Erbherrn auf Falkenwalde
Entstehung
Seite
18
Einzelbild herunterladen

16

als die von manchen urſpruͤnglich groͤbern Racen. Auch ſind ſie klein, ein zweiter Nachtheil. Dann muß man auch bedenken, ob man vielleicht weit von Rouſſillon, Berry, Sologne oder den Arden⸗ nen entfernt liegt und der Transport nur verhaͤlt⸗ nißmaͤßige Koſten macht?

Wie man ſich auch das berechne; welche Race von Muͤttern man auch waͤhle, ſo muß man zum Anfange immer die beſten Thiere, und zwar im Alter von 3 oder 4 Jahren, auswaͤhlen.

Nicht ſelten liefert die erſte Generation ſchon Thiere, die den aͤchten Merinosböcken an Feinheit und Geſtalt gleich oder doch ſehr aͤhnlich ſind. Das iſt indeß nur eine Ausnahme, die die Regel nicht ſtoͤrt. Im Allgemeinen haben die Laͤmmer dieſer Generation nur einen Grad von Feinheit und eine Aehnlichkeit der Formen, die ſie ſich erſt dann ganz zu eigen machen, wenn die Veredlung ſchon ſehr vorgeruͤckt iſt. Alle Metisboͤcke muͤſſen ſorg⸗ ſam geſchnitten werden, ehe ſie ſich begatten kon⸗ nen, und den Metisſchaafen immerfort neue Boͤcke von aͤchter Race gegeben werden. Ich wiederhole

es, ohne dieſe Vorſicht wird man ruͤckwärts gehn.*) Von

*) Mehrere unſrer deutſchen Landwirthe hatten den Grundſatz, man muͤſſe, um vorwaͤrts zu kommen, wenigſtens alle 3 Jahre die Boͤcke wechſeln, wenn man ſie ſelbſt nur in der nemlichen Feinheit wieder haben konne, als man ſie gehabt. Ich glaube, daß

man

.