Druckschrift 
Ueber die Schaafzucht, insbesondere über die Race der Merinos / Auf Befehl Sr. Excellenz des Minister des Jnnern herausgegeben ; bearbeitet von Tessier, Mitglied des National-Instituts, des Ordens der Ehrenlegion, der Societät des Ackerbaues und der Arzneischule in Paris, des Unterrichts-Ausschusses der Thierarzneischule zu Altorf, und General-Inspektor der Staats-Schäferein ; Jns Deutsche übertragen, mit Anmerkungen und Zusätzen von W. Witte, Mitglied der Potsdamer ökonomischen Gesellschaft und der Pariser Societät des Ackerbaus, Erbherrn auf Falkenwalde
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen

Aehnlichkeit ihrer Formen mit denen der Merinos ſelbſt. Es waͤre beſſer geweſen, die Veredlung wäͤre langſamer vorgeſchritten, als daß man ſie durch ein Mittel beſchleunigte, was eher gemacht war, ſie wieder zuruͤckgehn zu laſſen. Daher mußte man dieſe Meinung angreifen, und kaͤmpfen gegen die Beſitzer von Metisheerden, um die Landleute die von ihnen betrogen wurden, zu hindern, ihre Boͤcke zu kaufen. Dies hat die Folge gehabt, daß jene, weil ſie zu ſchnell gewinnen wolltkn, alles Zutrau⸗ en verloren häben, und daß viele Perſonen ihre Veredlung von vorne an begonnen haben, mit Wid⸗ dern von ganz aͤchter Race.

Man weiß im Allgemeinen, daß der Einfluß des maͤnnlichen Geſchlechts auf die Nachkommen⸗ ſchaft bedeutend iſt, beſonders iſt er ſehr merkbar bei den Merinos. Obgleich beide Geſchlechter zur Bildung des jungen Thiers beitragen, ſo tragen doch die erſten Generationen auf eine auffallendere Weiſe, das Charakteriſtiſche des Vaters an ſich.*) Will man fortgeſetzt eine ausgezeichnete Race ha⸗

*) Viele aufmerkſume Besbachtungen ſtimmen darin uberein, daß der Einfluß des Bocks vielmehr auf die Beſchaffenheit der Wolle des Lammes, als auf die Koͤrperform, ſtatt habe, und die unterrichteteſten Schaafzuͤchter rathen daher, bei der Wahl des Bocks lediglich auf die Feinheit ſeiner Wolle und ihre Dichtigkeit, dagegen bei dem Schaaf, mehr auf die

erwuͤnſchte Form des Koͤrpers zu ſehn. W.