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bis in den Schlund, vielleicht bis in den Ma⸗ gen herunter ziehen. Der Ausſchlag hindert ſie am Saugen, und ſie ſterben oft daran. Man toſet 2 Quentchen weißen Vitriol in 1 Quentchen Waſſer auf, thut Honig binzu, und beſtreicht mittelſt eines leinenen Pinſels das Maul damit. Man muß ihnen, damit ſie nicht verhungern, die Milch zuweilen ins Maul melken. §. 46.
Die Milchknoten, Euterverhaͤrtungen.
Die Rilchknoten, Euterverhaͤrtungen, der Muͤtter werden, bevor ſich Eiter erzengt hat, durch Einreibung braungebratener Butter oder der gewoͤhnlichen fluͤchtigen Salbe zuweilen aufgelbſt, wobei man ſte ſanft, aber anhaltend, ausmelkt. Hat ſich aber Euter erzeugt, ſo muß er durch einen Einſchnitt ausgelaſſen werden, worauf die Wunde mit der Terpentin⸗Salbe verbunden wird.
Es giebt noch mehrere beſondere Krank⸗ heiten der Schafe, die in verſchiedenen Gegen⸗ den mit verſchiedenen Namen belegt werden, deren charakteriſtiſche Erſcheinungen aber wch nicht beſtimmt genug ſind, und deren Natur noch weniger erforſcht iſt, da ſie die Aufmerk⸗ ſamkeit wahrer Aerzte his jetzt nicht auf ſich zogen. Nur jene groͤßeren und baͤufigeren Krankheiten ſind ſo beobachtet, daß ſich etwas beſtimmtes uͤber ihre Natur und Heilung ſa⸗ gen laͤßt. Manche Krankheiten, die in waͤr⸗ meren Gegenden die Schafe befallen, kommen bei uns bis jetzt nicht vor.
Wir haben ſeit einem halben Jahrhun⸗ dert bewundernswuͤrdige Fortſchritte in der


