Fenntniß und Kur dieſer Krankheiten gemacht und große Vortheile erlangt, indem wir jetzt die häufigſten und todtlichſten zu entfernen oder unſchädlich zu machen wiſſen, und jetzt nicht alle 6 oder 8 Fahr auf ein vblliges Aus⸗ ſterben der Schafherden, wie vormals, zu rech⸗ nen, und dieſen Verluſt von dem Ertrage der⸗ ſelben abzuziehen hrauchen. Bei einer mit aller Aufmerkſamkeit behandelten Herde muß die Sterblichkeit jetzt ſehr geringe ſeyn.
Wenn der ſo oft gethane Vorſchlag zur Errichtung von Schäſerſchulen vollſtaͤndiger und haͤufiger, wie bisher geſchehen iſt, ausge⸗ fuhrt wuͤrde, ſo konnte ſich die wirkliche Sterb⸗ lichkeit noch ſehr vermindern. Da den Schaͤ⸗ ſern, um ſie gegen Vorurtheile und Aberglau⸗ ben zu ſichern, doch einige Kenntniß vom thie⸗ riſchen Organismus, welches in der That ſo ſchwer nicht iſt, ohnehin beigebracht werden mußte, ſo konnten ſie uberhaupt in der Tbier⸗ arzneikunſt zur Rothdurft unterrichtet werden, und dann in ihrer Gegend Thieraͤrzte abgeben, die wenigſtens beſſer waͤren, als diejenigen⸗ welche ſich jetzt dafuͤr ausgeben. Das Gewer⸗ pe eines Thierarztes kann mit dem eines Schaf⸗ méſters ſehr gut verbunden werden, um ſo mehr, da das Landvolk zu den Schäͤfern in dieſem Stuͤcke ohnehin ſchon großes Zutrauen hat. Gruͤndlich unterrichtete Thieraͤrzte kann das Land jetzt nicht bezahlen.


