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Handbuch für die feinwollige Schafzucht / Auf Befehl des Königl. Preuß. Ministeriums des Innen herausgegeben ; von A. Thaer, Königl. Preuß. Staatsrathe [et]c.
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Die Lämmer konnen vom Ueberfluß der Milch Durchfall bekommen. Gerdſtetes Mehl⸗ gerdſtete Linſen, Eicheln, Kaſtanien den Muͤt⸗

tern gegeben, wird dagegen empfohlen.

Zuweilen hat man epidemiſche, ruhrar⸗ tige todtliche Durchfaͤlle bei den Schafen be⸗

obachtet. §. 40.

Die Waldkrankheit.

Die Waldkrankheit hat man bemerkt, wenn die Schaſe im Fruͤhjahre, beſonders im Cichenholze viel junge Knoſpen freſſen. Sie bekommen Hitze, Durſt, Verſtopfung oder ſehr verhaͤrtete Exkremente, horen auf zu wieder⸗ paͤuen. Die Krankheit iſt von laͤngerer Dauer, bis 3 Wochen, und ſcheint entzuͤndlicher Art zu ſeyn. Man hat deshalb den Aderlaß dagegen empfohlen. Das ſicherſte Mittel iſt, ſie im Fruͤhjahre nicht ins Holz zu treiben, wodurch man zugleich der unverzeihlichen Verwuͤſtung der jungen Triebe zuvorkommt.

5. 41. Das Blutharnen.

Das Blutharnen ſcheint oft vom Genuſſe ſcharfer Pflanzen herzuruͤhren: des Ranun⸗ kelz, der Tnemone, des Schierlings, der Zeit⸗ loſe u. ſ. w. Manchmal hat man es auch von ploslichen Erkaltungen ableiten zu muͤſſen ge⸗ glaubt, von kalten Nächten nach heißen Ta⸗ gen, wenn die Herde draußen blieb. Es iſt gewohnlich mit Fieber verbunden, und die⸗ fes iſt entzundlicher Art. So lange Reiz da iſt⸗ pediene man ſich ſchleimiger milder Getränke⸗ beſonders aus Helkuchen oder Leinſaamen, mit