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leicht zu kräftiges und bas Blut erhitzendes Futter haben. Man darf ihnen dieß, wenn die Frankheit ſich aͤußert, nicht zugeſtehen.
Die Spanier und Franzoſen empfeblen beim Ausbruch der Krankheit, alle kraͤftige Thiere, die rothe Augen, Mäuler und Haut haben, zur Ader zu laſſen. Es geſchiehet an der Backe, unter dem Auge in der Gegend des vierten Backenzahns, wo die Ader am deutlich⸗ ſten liegt. Bei ſchwachen blaſſen Thieren darf man den Aderlaß aber nicht vornehmen, auch werden dieſe mit dieſer Krankheit nicht befallen.
Endlich wird das taͤgliche Baden oder das Durchtreiben durch Waſſer zur Vorbeugung der Krankheit, in heißen Tagen, ſehr empfoh⸗ len, und iſt ohne Zweifel von guter Wirkung, Cs kann ſeyn, daß ſich die Schafe wie das Rindvieh bei warmer Witterung gern daran gewohnen.
Auch raͤth man an, die Schafe Sauer— ampfer freſſen zu laſſen, und ſtatt ihnen des Salzes Salpeter zu geben, der aber, beſonders jetzt, zu koſtbar iſt.
S. 39 Der Durchfall.
Die Schafe bekommen den Durchfall zu⸗ weilen auf der erſten gruͤnen Weide, wo er ſich aber von ſelbſt bald wieder verliert. Ein gefährlicherer Durchfall ſoll nach ſtarkem Ho⸗ nigthau entſtehen. Auch konnen ſie ihn im Winter von verdorbenem Heu bekommen. Zu⸗ weilen hat man Salz ſo übermäßig gegeben⸗ daß es Durchfall erregte und ſchwaͤchte. Man muß auf die Urſach Ruͤckſicht nehmen, ſolche entfernen, und ein geſundes Futter um ſo mehr veichen.


