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nehmen. Solche aber, die es mehrere Male bekommen, mufß man abſchaſſen, weil es eine Schwaͤche der Verdauungswerkzeuge bei ihnen
anzeigt. §. 38. Das Blut, Stickblut, Ruͤckblut.
Dieſes kommt dem Milzbrande des Rindviehes gleich, und wird auch von manchen ſo genannt.
Die Krankheit befaͤllt plotzlich und todtet ſchnell. Das Thier iſt betaͤubt, kann ſich kaum aufrecht erhalten, ſtemmt die Beine von einan⸗ der, ſchäumt, giebt Blut von ſich⸗ faͤllt um, ſchlägt mit den Flanken, und ſtirbt oft in kuͤr⸗ zerer Zeit als in einer Stunde.
Die Krankheit iſt nicht anſteckend, aber in heißen trocknen Sommern bricht ſie epidemiſch aus, und es ſterben oft viele daran; beſonders an heißen Gewittertagen.
Der PVerlauf iſt viel zu ſchnell, um Huͤlfe zuzulaſſen. Allein wenn ſich die Krankheit in der Gegend zeigt, iſt die moglichſte Porſicht, die Thiere nicht von außen oder von innen zu erhitzen, anzuwenden. Sie muͤſſen bei der ſaͤrk⸗ ſten Tageshibe im Schatten oder in luftigen Stäͤllen erhalten werden. Man muß ſie lang⸗ ſam treiben und ja nicht durch den Hund ja⸗ gen laſſen. Man muß ſie zum Saufen aus friſchem Waſſer haͤufig anreizen, und ſie jest um ſo weniger durſten laſſen. Dagegen muß man ſie um ſo ſorgfaͤltiger von beſchlammt ge⸗ weſenen Stellen abhalten, da ſie bei duͤrrer Weide ſehr gern darauf gehen. Die Krankheit zeigt ſich am haͤufigſten nach der Ernte, wo die Schafe auf die Stoppeln gehen, und an den abgefallenen Nehren und Körnern ein viel⸗


