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Weide, oder von ſolchem Futter nicht viel auf einmal freſſen laſſen, und ſie auf jener in be⸗ ſtaͤndiger Bewegung erhalten. Vom jungen Hederich, der auf der Brache aufgeſchlagen iſt, ſollen ſie das Uebel, zumal wenn er naß iſt⸗ am leichteſten ſich zuziehen. Wenn der Schaͤfer es fruͤh genug an ei⸗ nem Thiere bemerkt, ſo iſt ein tuͤchtiges Rei⸗ ben des Ruͤckens und Bauches und Herumtrei⸗ ben oft zureichend. Am ſicherſten iſt es, ihnen zuvor gleich Kalkwaſſer einzugeben. Man brennt zu dem Ende Kalk ſtark aus, zerſtoßt ihn, wenn er noch heiß iſt, zu Pulver, thut ihn in Glaͤſer, und verpicht dieſe ſo, daß der Luft aller Zutritt abgeſchnitten ſey. Aus dieſem kohlenſaͤure⸗freien Kalke kann man gleich Kalk⸗ waſſer machen, wenn man deſſen bedarf. Man nimmt etliche Theelbffel voll davon, thut ſie in eine Quartbouteille, übergießt es mit Waſſer, — hat man abgekochtes zur Hand, ſo iſt das beſſer— ſchuttelt das um, laͤßt den Kalk ſich etwas ſetzen, und giebt den Thieren einen Theil davon ſogleich, einen andern Theil nach einer halben Stunde ein, wobei man mit dem Rei⸗ ben und Umhertreiben ſortfaͤhrt. Porſichtige Schaͤfer fuͤhren, nachdem ſie das Mittkl ken⸗ nen lernten, ein Glas mit Kalk immer bei ſich. Sind die Zufaͤlle ſo heftig, daß keine Zeit zu verlieren iſ. ſo muß man mit einem Meſſer oder noch beſſer mit einem mit der Scheide verſehenen Trokar in die Panze hin⸗ einſtoßen, eine Operation, die bei dem Rindvieh ziemlich bekannt iſt, dem damit Unhekannten aber nicht wohl beſchrieben, deſto leichter aber gezeigt werden kann. Thiere, die das Kebel ſchon einmal gebabt haben, muß man deſto ſorgfältiger in Acht


