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Handbuch für die feinwollige Schafzucht / Auf Befehl des Königl. Preuß. Ministeriums des Innen herausgegeben ; von A. Thaer, Königl. Preuß. Staatsrathe [et]c.
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iſt, ohne bas Thier zu erſticken. Hehlige Einſpri⸗

tungen ſcheinen mir das wirkſamſte Mittel zu

ſeyn, welches an dieſem Theile anzubringen iſt⸗ Das Aufblähen.

Wenn die Schafe, ſo wie andere Thiere, beſonders die wiederkauenden, mehr freſſen, als ſie verdauen können welches immer relativ nach ihren Verdauungskraͤften iſt ſo geht das Futter im Magen in Gaͤhrung uͤber, ent⸗ wickelt vieles Gas, welches den Magen aus⸗ dehnt, ſeine Schließmuskeln zugleich reizt, zu⸗ ſammenſchnuͤrt und den Ausgang ſich ſelbſt ver⸗ ſchließt. Die Ausdehnung der Panze wird ge⸗ waltig, die Bruſt beengt, die Reſpiration und der Umlauf des Bluts unterdruͤckt, und das Thier oft plbtzlich gerddtet. Es kann von je⸗ dem Fukter erfolgen, am leichteſten aber bei dem, welches die Thiere am liebſten freſſen, zu⸗ mal wenn es ihnen ſelten geboten wird, des⸗ halb vom gruͤnen jungen Flee und Luzernx⸗ wenn ſie ſolchen ungewohnt im Ueberfluß er⸗ halten. 2 der gruͤne Klee den daran ge⸗ woͤhnten Schafen nicht ſchade, davon habe ich mich àn ein Paar Hofhammeln uͤberzeugt, die im Pferde⸗ und Kuhſtall frei aus⸗ und ein⸗ gingen, und eine gewaltige Menge Klee nach Belieben fraßen. Das vom Thau naſſe junge Gruͤn ſoll beſonders dieſen Zufall bewirken.

Das Uebel iſt wegen ſeiner ploͤtzlichen Ent⸗ ſtehung, dem ſtarken Auftreiben des Bauches⸗ dem ſchweren Athem, dem Schnappen nach Luft, der Hinfalligkeit des Thieres nicht zu verkennen.

um die Schafe dafuͤr zu bewahren, muß man ſie auf einer ungewöhnlich angenehmen