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Handbuch für die feinwollige Schafzucht / Auf Befehl des Königl. Preuß. Ministeriums des Innen herausgegeben ; von A. Thaer, Königl. Preuß. Staatsrathe [et]c.
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und eine Puſtel hervorbringe, welche ziemlich die charakteriſtiſchen Merkmale der Fuhpocken hat, daß aber auch in dieſem Falle die Thiere keinesweges unempfindlich gegen ihre Pocken, es ſey durch natuͤrliche oder kuͤnſtliche An⸗ ſteckung, werden. Ausführlich ſind dieſe Ver⸗ ſuche erzahlt im Rovember⸗ und December⸗ ſtuͤck 1810 der Annalen des Ackerbaues. §. 36. Die Drehkrankheit.

Die Drehkrankheit, welche man auch, wenn die Thiere den Kopf ſtatt nach der Seite nach hinten uͤberbeugen, das Segeln, und wenn ſie ihn nach vorn herunterbeugen und dabei vorwaͤrts laufen, das Treben nennt⸗ iſt durchaus keine anſteckende, aber in den mei⸗ ſten Faͤllen unheilbare und in verſchiedenen Gegenden mehr oder minder haͤufig vorkom⸗ mende Krankheit.

Vom letzteren läßt ſich bis jetzt kein Grund angeben.

Den erſten Anſang der Krankheit bemerkt man am unſichern und dummen Gange und Benehmen des Thiers, dann entfernt es ſich mit einer widernatuͤrlichen Haltung des Kopfs von der Herde, entweder zur Seite oder indem es vorläuft oder zuruͤckbleibt. Es faͤngt nun an ſich immer nach einer Seite zu drehen,oder

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