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fung eines obllig reinen, von va⸗ terlicher und muͤtterlicher Seite aus der echten ſpaniſchen Merino⸗ Race erzeugten Stammes. Nur der erſte kann mit dem Nahmen Veredlung belegt werden, der andere heißt Einfuͤhrung der reinen Race. Auf dem erſten wird man allmaͤhlig und langſam allerdings zu einem hohen Grade der Verfeinerung gelangen, aber wohl nie die höchſte Vollkom nenheit erreichen; durch die zweyte laͤßt ſich das hochſte Ziel ſchnell erreichen, aber freylich nicht anders, als wenn man mit einem großen Koſtenaufwande die hoch⸗ ſte Vorſicht verbindet. Wenige ſind zu letzteren im Stande. Es giebt indeſſen ein Verfahren, wodurch man beide mit einander vereinigt, und, wenn gleich langſamer, doch mit nicht hoͤheren Koſten als die Veredlung erfordert, ſeine Herde in voͤll gedles Vieh umſchafft. Wir wollen jede dieſer Methoden fuͤr ſich betrachten.
57. Die Veredlung durch Kreuzung. Es iſt jetzt wohl außer allen Zweifel geſetzt, daß bei der Erzeugung das maͤnnliche und weib⸗ liche Geſchlecht gleich viel beitragen, und daß im Allgemeinen das junge Thier zur Häͤlfte die Eigenſchaften des Vaters, zur Hälfte die der Mutter beſitze. Die Meinung, daß der eine


