Teil eines Werkes 
Vierter Band (1812)
Entstehung
Seite
29
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Getreidearten. 29 vor, ſo zeigt dies etwas fehlerhaftes an⸗ uebler iſt eine zweilaͤufige Saat bei der Soͤmmerung als bei der Winterung, weil A ſih im Frůbjahr eher aus⸗ gleicht, jene aber ungleich bleibt.

Der austreibende Keim muß von dunkler orbe, beim Rocken rothbraun, beim Weizen braͤunlich, bei der Sommerung dunkelgruͤn, nicht gelblich ſeyn; letz⸗ teres zeigt eine kraͤnkliche Saat an, die ſich ſelten wieder erhohlt. Die dunkle Farbe der Saat muß ſich lange erhalten.

Die ſich entwickelnden erſten Blätter muͤſſen kurz, maſtig, ziemlich ſtumpf an der Spitze, ſteif und elaſtiſch ſeyn, und ſich kraͤuſelnd winden⸗

Nach Entwickelung der erſten Blaͤtter bildet der Stamm uͤber der Wurzel einen Knoten; dieſer birſtet auf, und es treiben nach allen Seiten Nebenſproſſen aus. Je mehr dieſes geſchiehet um deſto ſtärkere Frucht kann man erwarten.

Dieſe Sproſſen muͤſſen nicht ſchnell in die Höhe treiben, noch weniger ihre Blaͤtter ſchlaff herabhaͤngen laſſen, ſondern ſich ſteif und elaſtiſch uͤber der Erde ausbreiten, und, wie man es nennt, den Boden belegen. Ein ſchnelles und ſtar⸗ kes in die⸗Höhe⸗Treiben der Winterung mit hellgruͤner Farbe habe ich mehrere⸗ male als die Folge einer kurz vor der Saat untergebrachten, noch im Gährungs⸗ zuſtande befindlichen Duͤngung, bei feuchtem und warmen Herbſtwetter geſehen; eine Ueppigkeit, welche die nachtheiligſten Folgen hatte, und im Fruͤhjahr ein faſt gänzlich ausgewintertes Feld hinterließ. Solche Pflanzen ſcheinen mit Waſſer⸗ ſtoff unverhältuißmaͤßig gegen den Kohlenſtoff uͤberſättigt zu ſeyn. Ein ſtarkes Belegen der Saat auf jene Weiſe, vor Winter, ſcheint mir aber nie nachtheilig werden zu können, und wenn dann auch ihre Blaͤtter im Winter abfaulen, ſo bleibt doch der Stamm mit der Anlage der Nebenſproſſen geſund, und treibt im Fruͤhjahr ſchnell wieder aus.

2 2§. 20.

Die Saat kommt in verſchiedenem Zuſtande in den Winter, zuweilen un Durchuint⸗ gekeimt, zuweilen eben hervorſtechend, in regulairen Wirthſchaften wohl immer'un. mehr oder minder beſtaudet. Während des eigenttichen Winterfroſtes habe ich ſie in keinem Zuſtande erfrieren ſehen. In dem heftigſten aller Blach⸗(ſchnee⸗ loſen) Froſte 1803 that es keine, die ich beobachten konnte; aber weißen Weizen hatte ich nicht Gelegenheit zu ſehen. Alle Saat hatte zwar im Frühjahr ein