Beſtandtheile der Getreide⸗ arten.
24 Getreidearten.
Sie verbreiten einen Theil ihrer Wurzeln immer in der Oberflaͤche, uns verſchließen dieſe durch das dichte Gewebe derſelben, gehen jedoch auch beträcht⸗ lich in die Tiefe, wenn ſie Lockerheit und Nahrungsſtoff daſelbſt finden.
(Vergl. uͤber den allgemeinen Charakter der Graͤſer, Crome's Handbuch der
Raturgeſchichte fuͤr Landwirthe, Th. II. Bd. I. S. 150. und den beſondern der Getreidearten, daſelbſt S. 347.)
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Alle Getreidearten haben gleichartige naͤhere Beſtandtheile, die aber in ih⸗ rem quantitativen Verhaͤltniſſe, und gewiſſermaßen in ihrer Verbindung, bei den verſchiedenen Arten verſchieden ſind:
a) Kleber oder Gluten. Er ward zuerſt im Weizen dargeſtellt und ihm allein beigemeſſen. Er iſt aber auch in den andern Getreidearten, obwohl in geringerer Menge und feſter mit dem Stärkemehle verbunden, vorhanden. Dieſe Subſtanz ſtimmt ganz mit der thieriſchen Materie uͤberein, iſt aus denſel⸗ ben Urſtoffen, wie dieſe zuſammengeſetzt, und verhaͤlt ſich in der Gaͤhrung und im Feuer eben ſo. Sie iſt daher wohl das kraͤftigſte Nahrungsmittel ſuͤr den thieriſchen Korper, und die Nahrungskraft des Getreides haͤngt, auch bei gleichem Gewichte ſeines Mehls, von der Quantität ab, worin dieſe Subſtanz in ſelbi⸗ gen befindlich iſt. Ihr Verhältniß iſt aber auch in derſelben Getreideart ſehr verſchieden.
b) Staͤrkemehl. Es ſteht zwar dem Kleber in ſeiner Nahrhaftigkeit wahrſcheinlich nach, iſt jedoch ſehr naͤhrend und ſcheint die Verdaulichkeit des Klebers zu befoͤrdern. Ein Inſtinkt reize alle Thierarten zu ſeinem Genuſſe maͤchtig an, und ſie ziehen es auf die Dauer, ſo wie auch ſelbſt der Menſch, allen andern Nahrungsmitteln vor. Bloßer Kleber wird den Thieren bald widrig und macht ſie krank, wie man an den bei Stärkefabriken aufgeſtellten Maſtvieh nicht ſelten beobachtet hat.
0) Eine ſuͤße ſchleimige Materie, die nur in geringer Menge im Getreide vorhanden iſt, aber durch das Keimen oder Malzen vermehrt und aus dem Staͤrkemehl gebildet wird. Sie macht das Getreide zur weinigen und auch zur Eſſiggährung faͤbiger. Sie ſcheint in ihrer Nahrungskraft dem Starkemehle
gleich zu kommen und die Verdaulichkeit des Klebers und der Stärke zu befordern.
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