Teil eines Werkes 
Vierter Band (1812)
Entstehung
Seite
21
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Die Saat. 21

täglich 18 Morgen beſäet. Dies iſt freilich das Minimum, was einer bei maͤßiger Thatigkeit leiſten kann, und ich weiß, daß raſche und geſchickte Saͤer das doppelte beſchicken koͤnnen. Allein auf die Dauer iſt das Säͤen eine angreifende Arbeit; und ein Säemann der durch gute Vertheilung mithin durch Erſparung der Saat ſo großen Vortheil bringen kann, muß bei guter Laune erhalten werden. Vernachläſſigt er ſich aber, ſo muß man ihn ab⸗ ſchaffen. Denn es iſt allerdings wichtig zu wiſſen, was man von den Saͤern erwarten kann, weil man darnach die Anſtellung mehrerer und die zum Un⸗ terbringen erforderlichen Arbeiten einrichten muß.

Es iſt in groͤßeren Wirchſchaften haͤuſig der Gebrauch zwei Säer neben einander gehen zu laſſen. Sie muͤſſen ſehr gut zuſammen eingeuͤbt ſeyn, wenn dies guten Erfolg haben ſoll. Ich gebe lieber jedem ſeine beſondre Fläche.

Das Ausſaͤen feinerer Saamen, die in kleiner Maſſe ſehr gleichmaͤßig ver⸗ theilt werden muͤſſen, erfordert noch groͤßere Geſchicklichkeit und Aufmerkſam⸗ keit als das Ausſäen des Getreides, und darf nur erprobten Leuten anver⸗ trauet werden.

§. 13.

Die Schwierigkeit in manchen Lokalitaten gute Säeleute zu erhalten, hat Siemaſchl⸗ Saͤemaſchinen beſonders wuͤnſchenswerth gemacht. Es ſind deren manche er⸗ funden und angeruͤhmt worden, ich kenne aber keine gleichverbreitende Saema⸗ ſchine nach eigner Anſicht ihrer Wirkung, ſondern nur nach Zeichnungen und Modellen, und habe keine Wirthſchaft geſehen, wo eine oder die andre einge⸗ fuͤhrt wäre. Man hat Säemaſchinen erſonnen, die bloß die Saat ausſtreuen; andre die ſie zugleich unterbringen. Erſtere koͤnnen ſehr einfach, und wie es mir ſcheint, zweckmäßig ſeyn. Letztere ſind ſehr zuſammengeſett, wandelbar und ſichern die gleichmaͤßige Vertheilung der Saat nicht genug. Ich zweifle indeſſen daß irgend eine Maſchine den Auswurf eines geſchickten Säers über⸗ treffe, gebe aber zu, daß ſie vor ungeſchickten große Vorzüge haben koͤnne.

Etwas anderes ſind die Drill⸗ oder Reihen⸗Säemaſchinen · Indem ſie die Saat in Reihen legen, bahnen ſie den verſchiedenen Hack⸗Inſtrumenten den Weg. Ohne dieſe wuͤrde die Reihenſaat hoͤchſt fehlerhaft ſeyn, indem die Pflanzen nicht gleichmäßig vertheilt, ſondern in den Reihen ʒuſammengedraͤngt