Teil eines Werkes 
Vierter Band (1812)
Entstehung
Seite
20
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Das Sien.

nicht mehr wie ſie, und habe noch nicht noͤthig gebabt, um des uͤberhandneh⸗ menden Unkrauts willen einen Acker zu Graſe liegen zu laſſen. Denn die gewoͤhnliche Saat iſt uberfluſſig zureichend, den Acker ſo zu bedecken, daß auf jedem Flecke Pflanzen genug und uͤberfluͤſſig ſtehen. Nur den ein⸗ furchigen Dreiſchhafer ſaͤe ich ſtarker aus, weil nicht alle Koͤrner in eine zum Keimen guͤnſtige Lage kommen.

12.

Die Handgriſſe des Saͤens ſind mannichfaltig verſchieden und laſſen ſich durch Worte ſchwerlich verſinnlichen. Im Allgemeinen ſind ſie keineswegs gleichgultig, und derjenige iſt ohne Zweifel der beſte, wo der Saͤemann beim Heraufgehen mit der rechten Hand nach der linken Seite, beim Herabgehen mit der linken Hand nach der rechten Seite, oder immer mit dem Winde wirft, und ſeinen Tritt an die Grenze des vorigen Wurfs gehoͤrig anſchließt wenn ſie vollkommen ausgefuͤhrt wird. Es kommt aber hierbei viel auf genaue Beachtung des Windes und ſeiner Stärke an. In jedem concreten Falle kann man ſa⸗ gen, diejenige Methode ſey die beſte, worin der Saͤemann am geubteſten iſt; und es iſt ſehr bedenklich, einem Saͤemann eine andere Methode vorzuſchreiben, bevor man ſie ihn voͤllig hat erlernen und uͤben laſſen.

Daß der Saͤemann der wichtigſte Handarbeiter in einer Wirthſchaft ſey, iſt ziemlich anerkannt. Indeſſen ſind manche in der Wahl deſſelben ſehr leichtſinnig, und vertrauen dieſes Geſchaͤft jedem Tageloͤhner oder Froͤhner an. Sie ſchreiben ihm dann wohl gar als Tagesarbeit ein Maaß von Getreide vor, welches er ausſaͤen ſoll. Hiermit dient er gern, denn es iſt ihm ſehr bequem eine große Menge Saat wegzuwerfen. In ſolchen Wirthſchaften er⸗ giebt ſich dann eine erſtaunliche Ausſaat im Verhältniß ihrer Ackerfläche, und es muß allerdings ſtark ausgeſaͤet werden, weil ſchlecht ausgeſaͤet wird. Wenn man etwas beſtimmen will, ſo beſtimme man doch nur die Fläche, die beſäet werden ſoll. Aber man ſuche vor allem einen guten Säemann auf, halte ihn in Ehren und uͤbereile ihn nicht.

Es iſt haͤufig gefragt worden, wie viel ein Saͤemann taͤglich beſchicken köͤnne? von Muͤnchhauſen hat es im iſten Stuͤck ſeines Hausvaters nach Wuͤrfen und nach Minuten berechnet. Aber man ſey zufrieden, wenn er