Dauer der Saamen.
10 Die Saat.
anlaſſung ſeyn, ſie von einem andren Orte herzunehmen⸗ So wechſelt man in meiner Gegend häufig die Gerſte und Hafer zwiſchen Hoͤhe und Niederung, weil die Saat des letzteren nur mit dem Ackerſenf, welcher auf der Hoͤhe nicht forkommt, die von der Höhe mit dem Ackerrettig, der in Niederung leicht un⸗ terdruͤckt wird, verunreinigt iſt.
§. 5.
Einige Saamen behalten, wenn ſie gut aufbewahrt werden, ihre Keim⸗ kraft ſehr lange, andre verlieren ſie ſchnell, und duͤrfen kaum uͤberjaͤhrig wer⸗ den. Bei denen, welche ſich länger erhalten, findet man indeſſen, daß nur die vollkommneren Koͤrner es thun, die unvollkommneren hingegen und kränklichen ſie fruͤher verlieren. Hierauf beruht wohl hauptſächlich der Vorzug, welche eine altere Saat bei manchen Gattungen hat, indem aus ſelbiger nur geſunde Keime hervorkommen, denen Raum und Nahrung durch Schwaͤchlinge, die doch zu keiner Vollkommenheit kommen, nicht geraubt wird, auch keine Krank⸗ heiten, wozu die Anlage im Saamenkorne liegt, z. B. der Kornbrand im Wei⸗ zen entſtehen. Man muß aber auch in dieſer Hinſicht die Natur der einzelnen Gewaͤchſe kennen. Vollkommnes Getreide kann ſich ſehr lange erhalten und man hat Beiſpiele, daß Kornvorräthe, welche in Felſenkellern ſeit undenklichen Zeiten aufbewahrt und zufaͤllig wiedergefunden wurden, zur Aus ſaat noch tuͤch⸗ tig blieben. Hierzu gehoͤrt aber vielleicht eine vollige Abſchneidung der atmo ſphaͤ⸗ riſchen Einwirkung und aller Feuchtigkeit. Auf gewöhnliche Weiſe aufbewahrt haͤlt ſich das Getreide nicht ſo lange, doch will inan fuͤnfaͤhrigen Weizen und dreijahrigen Rocken zur Saat noch tuͤchtig befunden haben. Ein und zweijaͤh⸗ riger Weizen wird in der Praxis dem friſchen faſt allgemein vorgezogen, weil er aus vorerwaͤhnter Urſach vom Brande mehrentheils frei iſt. Beim Rocken find die mehrſten Landwirthe anderer Meinung, und ziehen die friſche Saat vor, weil ſie von aͤlterer oder uͤberjäͤhriger mehr nehmen zu muͤſſen glauben, und in der That bei gleichem Maaße weniger davon hervorſticht. Da dieſes aber um ſo geſundere Pflanzen ſind, und dieſe bei der gewoͤhnlichen Saat doch immer im Uebermaaße hervorkommen, ſo iſt ein zu duͤnner Stand dennoch nicht zu beſorgen. Die Saat der Huͤlſenfruchte erhält ſich ſebr lange, und ich habe bei zehnjährigen Wicken durchaus kein Zuruckbleiben derſelben verſpuͤrt. Alle


