Teil eines Werkes 
Vierter Band (1812)
Entstehung
Seite
11
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Die Saat. 11

ölichte Saamen, wenn nicht Milben hineinkommen, halten ſich lange, und man giebt z. B. dem alten Leinſaamen einen entſchiedenen Vorzug, wogegen man jedoch friſchen Hanfſaamen zu nehmen empfiehlt. Der Kleeſaamen haͤlt ſich, meiner Beobachtung nach, zwei Jahre ſehr gut, verliert im dritten und wird im vierten unbrauchbar. Spoͤrgelſaamen, der ſieben Jahr alt war, habe ich mit Erfolg geſäet. Die Eigenthuͤmlichkeit eines jeden landwirthſchaftlichen Saamens verdiente aber durch Verſuche und durch Sammlung der bisher dar⸗ uͤber gemachten Erfahrungen genauer ausgemittelt zu werden.

Da faſt alle vollkommnere Koͤrner ſich wenigſtens ins zweite Jahr erhal⸗ ten, ſo iſt es ohne Zweifel entſchieden vortheilhaft, einen uͤberjährigen Saat⸗ vorrath, beſonders vom Wintergetreide zu haben, weil man dadurch zur Wahr⸗ nehmung der vortheilhafteſten Saatzeit in Stand geſetßt wird. Es verſteht ſich jedoch, daß man ſie nicht von ſolchen Jahren aufbewahren muͤſſe, wo das Getreide unvollkommen geblieben iſt. Hat man aber in ſolchen Mißwachs⸗ jahren vorjährige Saat liegen, ſo iſt der Vortheil um ſo groͤßer, und man kann ſich gegen andre gluͤcklich preiſen.

F. 6.

Eine vollige Reinigung der Saat von Unkrautsſaamen und auch von un⸗Reinheit des vollkommenen Koͤrnern iſt von großer Wichtigkeit. Man bewuͤrkt ſie: Sanmens.

a) durch das Wurfeln, indem man nur den Vorſprung zur Saat abſon⸗ dert. Daſſelbe wird durch eine gut eingerichtete Staube oder Putzmuͤhle, welche das ſchwerere Korn von dem leichtern und Unkrautsſaamen abſondert, bewuͤrkt.

b) Durch Siebe, denen man dann viele von allen Gradationen in der Weite der Loͤcher haben muß. Unkrauts ſaamen, die kleiner ſind wie die Saat, ſo wie die ſchmächtigen Koͤrner der letztern werden durch Siebe abgeſondert, welche jene durchlaſſen, aber die vollkommnere Saat zuruͤckhalten. Andre fremde Koͤrner, die groͤßer ſind wie die Saat, werden zuruͤckgehalten in Sie⸗ ben, welche die Saamenkörner durchgehen laſſen.

c) Durch das Schwemmen, indem man die Saat in ein Kuͤben mit Waſſer ſchuͤttet, ſie umrührt und nun die oben ſchwimmenden fremdartigen Dinge und die leichten Koͤrner mit einem Durchſchlage abnimmt. Man kann

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