Teil eines Werkes 
Vierter Band (1812)
Entstehung
Seite
8
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8 Die Saat.

ſtanden iſt, wird ihr Gebrauch wenigſtens hochſt mißlich. Die Keimkraft geht nicht dabei verloren, und manchmal hat ſelbſt die junge Pflanze ein friſches Anſehn. Aber bei ihrer fernern Entwickelung in der Blütezeit aͤußert ſich Schwaͤche und Krankheit, ſo daß die Bluͤte zum Theil ohne Befruchtung ab⸗ fallt und ſich wenig oder gar keine Koͤrner erzeugen; eine Erfahrung, die ich ſehr entſchieden und mit großem Verluſte bei dumpfig gewordenem Hafer ge⸗ macht habe. Iſt auch der Erfolg bei einem geringeren Grade der Dumpfig⸗ keit nicht ſo auffallend, ſo wird er doch immer bemerklich ſeyn, und in man⸗ chen Fällen, wo man ein halbes Mißrathen der Saat andern Urſachen zu⸗ ſchrieb, lag wahrſcheinlich dieſe zum Grunde.

Wechſelung Eine oͤftere Verwechſelung und Erneuerung der Saat, beſonders ver⸗ oder Erneue ſchiedener Getreidearten, iſt von manchen als eine unumgängliche Bedingung

rung des Saa⸗ 5 mens; in wie vollkommner Ernten angenommen worden. Man hat die Vorzuͤge derſelben,

fern ſie nd beſonders in großen Wirchſchaften, wo alles fabrikmäßig betrieben werden thig.

muß, als ausgemacht anerkannt, und ihre Nothwendigkeit iſt daſelbſt zum okonomiſchen Glaubensartikel geworden. Allein meiner Ueberzeugung nach

die ſich bisher, je mehrere Data ich daruͤber ſammelte und pruͤfte, mehr ver⸗

größert als vermindert hat ruͤhrt der Vorzug fremder Saat nur daher,

daß man die ſeinige nicht ſorgfältig genug auswählte und behandelte. Dies

kann zuweilen in der Lokalitat, in der Beſchaffenheit des Bodens und des

Klimas liegen, die der vollkommenen Ausbildung einer Frucht nicht guͤnſtig

ſind, und in einem ſolchen Falle iſt es unvermeidlich. Hefterer aber leidet es

der ganze Betrieb der Wirthſchaft nicht, daß man auf die Auswahl und Be⸗

handlung der zum Saamen beſtimmten Frucht die gehoͤrige Aufmerkſamkeit

wende, und insbeſondere das in dieſer Hinſicht immer nachtheilige Schwißen

vermeide. Man hat in allen Gegenden gewiſſe Diſtrikte und Wirthſchaften,

welche ſich durch ihre vorzuͤgliche Saat dieſer oder jener Frucht in vorzuͤgli⸗

chen Ruf geſetzt haben, und ihren ſammtlichen Gewinn zu hoͤheren Preiſen

als Ausſaat verkauften. Hier wird man aber theils einen dieſer Frucht beſon⸗

ders angemeſſenen Boden, theils eine weit ſorgfaͤltigere Behandlung derſelben

antreffen, und bei den Anbauern ſelbſt die Ueberzengung finden, daß ſie den

Ruf

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