Teil eines Werkes 
Vierter Band (1812)
Entstehung
Seite
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Vegetabiliſche Produktion. 7

Gebrauche, aber vollkommen zur Aus ſaat geſchickt ſeyn, indem ſie ihre Keim⸗ kraft nicht verloren haͤtten. Dieſe Meinung des großen Mannes, welche vielen und ſchäͤdlichen Eindruck haͤtte machen koͤnnen, iſt aber ſogleich von meh⸗ reren Landwirthen experimentaliſch widerlegt worden. Und wenn gleich einige Landwirthe kleinere und ſchwaͤchere Körner aus dem Grunde zur Einſaat em⸗ pfohlen haben, weil deren mehrere in einem beſtimmten Maaße ſich befaͤnden, ſo ſind doch alle aufmerkſamere Beobachter von den Vortheilen der moͤglichſt vollſtundigen und groͤßten Koͤrner uͤberzeugt, und man hat nicht ſelten eine vorzuͤgliche und ausgezeichnete Saat dadurch erhalten, daß man durch Aus⸗ wahl der vollkommenſten Aehren und Koͤrner ſich einen Stamm ſtarkerer Pflan⸗ zun verſchaffte, und dieſen durch ſorgfaͤltigere Behandlung erhielt. Hierauf beruhen zum Theil die Vorzuͤge, welche man an ausländiſchen Getreidearten bemerkt, ſo lange man ſie mit beſonderer Sorgfalt auch in Hinſicht der Saa menauswahl behandelt. Die zur Saat beſtimmte Frucht muß alſo gleich an einer ſolchen Stelle gewaͤhlt werden, wo ſie die vollkommenſte Ausbildung erhal⸗ ten hat, und unter manchen Verhaͤltniſſen wird es ſich reichlich verlohnen, wenn man ſich ſeinen Saamen auf einem der Pflanzengattung vorzuͤglich an⸗ gemeſſenen Felde mit beſonderer Sorgfalt erzieht, und auch waͤhrend der Ve⸗ getationsperiode die Vertilgung des Unkrauts und die Vereinzelung der Pflan⸗ zen zugleich mit der Lockerung des Bodens durch das Behacken zu bewirken ſucht, um die Pflanzen und mithin ihren Saamen zur hoͤchſten Vollkommen⸗ heit zu bringen. Hierdurch wird man auch die vollſtaͤndigſte und gleichmaͤ⸗ ſigſte Reife des Saamens bewirken. Wenn aber eine ungleiche Reifung der Pflanzenart eigen waͤre, ſo wird eine Aus ſonderung der voͤllig reifen Aehren oder Saamenkapſeln ſich immer verlohnen. F. 3.

Eben ſo wichtig aber iſt eine ſorgfaͤltige Aufbewahrung des Saamenkorns. Sorofiltize Jede Feuchtigkeit, die ihm ſowohl von Natur zu Anfange anhaͤngt oder in der Folge angeſogen wird, muß entfernt und durch duͤnne Verbreitung und oft wiederholte Umraͤhrung ſchnell zur Verdunſtung gebracht werden. Denn ſobald die Verderbniß, welche man das Dumpfig⸗ oder Mulſtrigwerden nennt, und welche ſich durch den Geruch ſehr deutlich offenbart, in der Saat ent⸗