Teil eines Werkes 
Dritter Band (1810) Landwirtschaft
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen

Mengung der Beſtandtheile.

Heraufbrin⸗ gung enner andern Erd⸗ lage.

6 Beackerung.

Fnöbg.

2) Genaue Mengung der Beſtandtheile des Bodens. Dieſen Zweck muͤſſen wir insbeſondere in dem Falle vor Angen haben, wenn wir irgend einen neuen Zuſatz der Ackerkrume geben; es ſey, daß wir durch tieferes Pfluͤgen Erdtheile aus dem Untergrunde heraufholen, oder aber Duͤngungs⸗ und Verbeſ⸗ ſerungsmittel auffuͤhren. Eine ungleichartige Maſſe iſt den Pflanzenwurzeln durch⸗ aus nachtheilig, und die Vegetation ſtockt, wenn die jungen Haarwurzeln aus der einen in die andere uͤbergehen muͤſſen. Man hat durch eine ſolche ungleichartige Miſchung ſcheckige, d. h. kranke Pflanzen hervorgebracht. Durch eine wirklich verbeſſernde Erdart, ſelbſt durch Mergel die aber mit der uͤbrigen Acker⸗ krume noch nicht durchmengt war, iſt der Acker auf mehrere Jahre verſchlechtert worden, und die gehoffte Wirkung hat ſich erſt gezeigt, nachdem dieſe Mengung vollſtaͤndig bewirkt war. Manche duͤngende Subſtanzen, insbeſondere diejenigen, welche durch ihre Wechſelwirkung auf den Humus und die vegetabiliſchen Stoffe ſich beſonders nuͤßlich bezeigen, bleiben ebenfalls unwirkſam und koͤnnen ſogar nachtheilig werden, wenn ſie nicht in ihren feinſten Partikeln vermengt, mit den Partikeln des Humus in Beruͤhrung kommen. Der gewoͤhnliche Stallmiſt ver⸗ ſagt zwar, wenn er minder innig mit dem Boden vermiſcht iſt, nicht alle Wir⸗ kung, indem nämlich ſeine aufloͤsbaren Theile die Erdkrume durchdringen; indeſ⸗ ſen ſchafft er doch nie den Vortheil, als wenn er durch wiederholtes Beackern voll⸗ ſtaͤndiger mit dem Boden gemengt und darin vertheilt iſt. Haͤufig giebt er im er⸗ ſteren Falle eine horſtige und bunte Saat, indem die Pflanzen an einer Stelle uͤberfluͤſſige Nahrung finden, und an andern Mangel leiden und kuͤmmern. Da er ſich in ſolchen Faͤllen torfartig zuſammenhaͤngt, ſo bemerkt man dies ſcheckige Anſehn der Saat oft noch in ſpaͤtern Jahren.

5 15.

3) Die Heraufbringung einer andern Erdlage, um ſie den Ein⸗ wirkungen der Atmoſphaͤre und des Lichtes auszuſetzen. Dieſe Wirkung der Aeration des Bodens haben aufmerkſame Beobachter ſchon ſeit alten Zeiten an⸗ erkannt, und, um ſie zu erklaͤren, ihre Zuflucht zu manchen Hypotheſen genom⸗ men. Man hat die Wirkung derſelben mit der Salpetererzeugung verglichen,