Veackerung. 5
waären. Je gleichartiger der Boden gelockert und gepulvert iſt, um deſto gleich⸗ mäßiger verbreiten ſich dagegen die Pflanzenwurzeln; treiben um ſo mehrere Haar⸗ buͤſchel aus, und vermeiden es, mit einander in Beruͤhrung zu kommen. Jedes
nahrhafte Partikelchen in der Erde kommt foiglich in Beruͤhrung mit einer
Wurzelnzaſer.
Von der großen Wirkung einer feinen Pulverung der Erdkrume durch die Er⸗ fahrung uͤberzeugt, haben einige, z. B. Jether Tull, die Fruchtbarmachung des Bodens ausſchließlich hierauf beruhen laſſen wollen; deren einſeitige Anſicht aber genugſam widerlegt iſt. Es kann zwar ein Acker, der voͤllig erſchoͤpft ſcheint, durch eine ſehr ſorgfaͤltige Bearbeitung zur Abtragung einer oder der andern Frucht noch geſchickt gemacht werden, zumal wenn er vorhin in dieſem Stuͤcke vernachlaͤſſiget
worden. Es werden dadurch aber nur die in ihm verſchloſſenen Nahrungstheile ge⸗ loͤſet, nicht neue, wenigſtens nicht zureichende, erzengt.
Zu ſehr gepulvert und gelockert kann der Boden nie ſeyn. Jedoch kann er zu loſe werden, d. h. es koͤnnen Zwiſchenraume in ihm entſtehen, wo ſeine Partikeln ſich gar nicht mit einander beruͤhren. Dieſe werden den Pflanzen nachtheilig, und man findet daher, daß manche Saaten leiden, wenn der beackerte Boden nicht Zeit gehabt hat, ſich wieder zu ſetzen oder zu ſacken, ſo daß dieſe hohlen Zwiſchen⸗ raume dadurch ausgefuͤllt ſind.
Nach der Verſchiedenheit der Bodenarten wird dieſe vollkommene Pulverung und Zertruͤmmerung der verballten Erdkloͤße leichter oder ſchwerer bewirkt, und daher muͤſſen die dazu dienenden Operationen auf dem einen Boden kräftiger und haufiger, wie auf dem andern wiederholt werden. Zugleich kommt es auf die Na⸗ tur der Pflanze an, welche man darauf bauen will: die Gerſte gedeiht nur auf lok⸗ kerem und gleichmaͤßig zerkruͤmelten Boden; der Hafer wird von dem Widerſtande eines mehr zuſammengezogenen Bodens minder aufgehalten, und durchdringt ihn mit mehrerer Kraft.
Der einmal voͤllig gepulverte Boden behaͤlt unterhalb der Oberfläche meh⸗ rere Jahre hindurch eine zureichende Lockerheit. Er bindet ſich bei einem ſiarken Thongehalte zwar ſo, daß er zuſammenhaͤngt, jedoch nicht ſo feſt, daß ihn die Wurzeln nicht durchdringen koͤnnten; weswegen die Pulverung der unteren Ackerkrume nur erſt nach einer Reihe von Jahren wiederholt zu werden braucht.
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