4 Beackerung.
eingefuͤhrte Weiſe, wobei er ſich dann freilich keine Vortheile vor ſeinen Nachba⸗ ren und ſeinen Vorfahren verſchafft, aber auch nicht in Nachtheil gegen ſelbige zu ſtehen kommt, womit er ſchon zufrieden iſt. Denn wiche er von der eingefuͤhrten
Methode ab, ohne die Gruͤnde dieſer Abweichung richtig zu erkennen, ſo wuͤrde
Unterſchei⸗ dung der ver⸗ ſchiedenen Zwocke beim Beackern.
Fulvernng.
er haͤufiger auf das Schlechtere, wie auf das Beſſere verfallen. Der rationelle Landwirth aber, der das Beſte und moͤglich Vollkommenſte zu erreichen ſtrebt, kann dabei mit vollkommener Sicherheit verfahren, wenn er die Zwecke und die Wirkungen jeder Operation und Methode richtig kennt und die Urſachen zu erfor— ſchen weiß, warum bald dieſe bald jene einen beſſeren Erfolg hatte und ha⸗ ben mußte.
F. ror.
Die Beackerung hat naͤmlich viele und verſchiedene Zwecke, wovon der eine auf dieſe, der andere auf jene Weiſe beſſer erreicht wird. Wir muͤſſen diejenige Wirkung, welche wir mit der Beackerung in jedem gegebenen Falle vorzuglich und allein, oder in Verbindung mit mehreren andern zugleich erreichen wollen, uns klar vorſtellen, und dann danach diejenige Methode waͤhlen, welche dieſen oder dieſe Zwecke mit dem moͤglich geringſten Aufwande erreicht. Die Zwecke und Wirkungen der Beackerung ſind hauptſaͤchlich folgende:
6. 102.
1) Lockerung und Pulverung des Bodens. Jede Ackererde hat die Neigung, ſich zuſammen zu ziehen und zu verballen, theils vermoͤge der Anzie⸗ hung ihrer homogenen Theile, theils vermoͤge des Drucks, welchen ſelbſt die Atmoſphaͤre darauf aͤußert. Je thoniger der Boden iſt, um ſo ſtaͤrker iſt die Bin⸗ dung und Verballung deſſelben. In einem ſolchen verhaͤrteten Boden koͤnnen aber die Wurzeln der meiſten unſerer kultivirten Pflanzen nicht eindringen und nicht die Nahrung herausziehen, welche in ſelbigem eingeſchloſſen iſt. Der Boden muß alſo mechaniſch gelockert werden, und dieſes muß, um die hoͤchſte Vegetation zu bewirken und alle Nahrungstheile fuͤr die Pflanzen aufzuſchließen, auf die voll⸗ kommenſte Weiſe geſchehen, ſo daß die ſaͤmmtliche Ackerkrume in Pulver zerfalle, und keine verballte Erdkloͤße darin bleiben. Denn in dieſe dringen die Haarwur⸗ zeln nicht ein, ſondern ziehen ſich nur auf ihrer Oberftaͤche herum, und ſolche Erdkloͤße geben ihnen folglich eben ſo wenig Nahrung, als ob Steine im Boden


