Zweite
Die Lehre von der Bearbeitung oder von der mecha⸗ niſchen Verbeſſerung des Bodens.
§. 99. FN
Wieſes Hauptſtuͤck begreift die Lehre von den ſaͤmmtlichen Operationen oder Ar⸗Inbegriff die⸗ beiten in ſich, wodurch der Boden in einen tragbaren Zuſtand verſett, und wo⸗ durch ſeine phyſiſche Beſchaffenheit, unſerm Zwecke gemaͤß, verbeſſert wird.
Dieſe Operationen theilen ſich 1) in ſolche, deren Wirkung auf immer oder doch
auf eine lange Zeit fortdauern ſoll, und welche man Meliorationen zu nennen pflegt, wohin beſonders Urbarmachung, Radung, Einhaͤgung, Begrabung, Verwaltung, Abwäſſerung und Bewaͤſſerung gehoͤren, und die einmal angewandt fortdauernd ſind; und 2) in diejenigen, welche fuͤr die nachſten Fruͤchte und Be⸗ ſtellungen allein angewandt werden, und entweder jährlich oder doch nach kuͤrzeren Zwiſchenraͤumen wiederholt werden muͤſſen. Letztere, von denen wir aus mehre⸗
reren Gruͤnden zuerſt handeln wollen, werden begriffen unter dem Worte:
Beackerung. F. 100.
So ſehr jedermann von der Nothwendigkeit der Beackerung uͤberzeugt iſt, ſo Abneichende ſind doch die Meinungen uͤber die Art und Weiſe, wie ſie im Allgemeinen und Meinungen unter beſondern Umſtänden geſchehen muͤſſe, und welche von den mannichfaltigen Methoden die beſſere ſey, hoöchſt verſchteden, und, dem Anſcheine nach, wider⸗ ſprechend. Der Erfolg beguͤnſtigt hin und wieder jede Meinung. Daher iſt der rohe Empiriker mehrentheils unfaͤhig zu unterſcheiden, welches die richtigere ſey.
Er hält ſich daher— in ſeiner Lage ganz vernuͤnftig— an die in ſeiner Gegend N2


