Beackerung. 7
womit ſie in der That manches Aehnliche hat, indem ſich der Salpeter durch den Zutritt eines atmoſphaͤriſchen Stoffes ebenfalls erzeugt, und um ſo ſtärker erzeugt, je oͤfter eine neue noch ungeſaͤttigte Oberflaͤche der Luftberuͤhrung dargeboten wird. Auch iſt derſelbe Stoff, nämlich das Orygen, hier, wie bei der Salpetererzeu⸗ gung, wirkſam. Durch die Mittheilung deſſelben erzeugen ſich naͤmlich, wie wir bei der Lehre vom Humus zeigten, die beiden Subſtanzen, in welchen der Kohlen⸗ ſtoff als Hauptnahrung in die Pflanzen uͤberzugehen ſcheint, naͤmlich: die Koh⸗ lenſaͤure und der Eptraktivſtoff. Durch die Luftausſetzung erhaͤlt alſo der Humus erſt ſeine Fruchtbarkeit, wobei ohne Zweifel das Licht eine wichtige Rolle mit ſpielt. Die aus dem Oxygen mit dem Kohlenſtoff ſich bildende Kohlenſäure, welche in der unteren Luftſchicht ruhet, in den Zwiſchenraͤumen der umgewandten Erde gewiſſermaßen eingeſchloſſen iſt, theilt ſich dem Erdboden mit. Nicht unwahr⸗ ſcheinlich ſpielt ſelbſt das Azot der atmoſphaͤriſchen Luft, von ſeinem Oxygen ge⸗ trennet, eine Rolle, und wird vom Thone angezogen. Doch bis wir die mancher⸗ lei Zerſetungen, die hier vorgehen, genauer werden erforſcht haben, kann uns die ſo alte als allgemeine Erfahrung von der Fruchtbarkeit und Muͤrbheit, welche ſelbſt der rohe Thon erlangt, wenn er der atmoſphaͤriſchen Einwirkung ausgeſetzt, in oft veraͤnderter Oberflaͤche ausgeſetzt worden, genuͤgen. Dieſe atmoſphaͤriſche Duͤngung oder Einziehung fruchtbarer Stoffe hat bei ſehr fleißiger Umwendung und Ruͤhrung des Bodens jede andere Duͤngung eine Reihe von Jahren hindurch — aber freilich nicht vollſtaͤndig und nicht auf immer— erſetzen koͤnnen. Sie iſt nach du Hamel traité de la culture des terres, p. 64, ſo betraͤchtlich, daß man ſie ſelbſt mit den Augen wahrnimmt.„Man pfluͤge,“ ſagt er,„die Haͤlfte eines Feldes maͤßig, die andere aber ſehr oft, und dann beides ins Kreuz, und man wird die Erde des fleißig gepfluͤgten Stuͤckes weit brauner, als die des weni⸗ ger gepfluͤgten, finden.“ 4) Die Auffangung, Verſenkung und Erhaltung der auf Auffangung den Boden niedergeſchlagenen Feuchtigkeit. In gebundenem thoni⸗ gen Boden dringt keine Feuchtigkeit ein. Selbſt ein Erdkloß, der unzertruͤm⸗ Feuchtigkeit. mert darin liegen bleibt und einmal ausgetrocknet iſt, wird den ganzen Sommer bindurch in der Mitte trocken bleiben. Je mehr aber die Partikeln des Bodens


