Auffuhr des Mergels an beguͤnſtigten Orten.
248 Mineraliſche Duͤngungsmittel.
braucht. Bei einer guten Wirtbſchaft iſt aber jenes Sprichwort ſo wenig wahr, daß
man im Gegentheil ſagen kann, der Mergel vermehre den Reichthum progreſſiv bei jeder Generation, indem durch ihn auch das Material des Miſtes ſelbſt in immer groͤ⸗ ßerer Quantitaͤt erzengt wird⸗
§. 64.
Ueber die Natur, die Kenntniß, die Art und die Lage des Mergels haben wir S. 94 in den F. 89. geredet. Es bleibt alſo nur die Rede von. Anwendung und von der Manipulation uͤbrig.
Da die Anfuhr das erheblichſte und koſtſpieligſte iſt, ſo muß man vor allem ihn an der naͤchſten Stelle des zu bemergelnden Feldes außzufinden ſuchen. Geſetzt auch daß er an einer ſolchen Stelle, der tiefern Lage wegen, beſchwerlicher zu gewinnen und aufzuladen wäre, ſo wird dies, der nahen Anfuhr wegen, doch immer erſetzt. Dieſe Ruͤckſicht tritt da am ſtaͤrkſten ein, wo man vom lehmigen Mergel eine ſtärkere Auf⸗ fuhr machen, und ſomit loſen Boden durch die Thontheile verbeſſern will. Gluͤckli⸗ cher Weiſe findet ſich aber dieſer thonige Mergel in Gegenden, wo er an einem Orte ſteht, auch faſt allgemein verbreitet, liegt nur flacher oder tiefer unter der Oberflaͤche; wogegen der kalkige und ſteinige Mergel ſi ch oft nur an einzelnen Stellen abgelagert hat, und oſt weit her angefahren werden muß; was aber bei der geringen Quantitaͤt, deren man bedarf, dann auch leichter geſchehen kann.
Bei einer nicht merklich verſchiedenen Entfernung hat man dann die Stelle zur Mergelgrube zu waͤhlen, wo er am flachſten liegt, und wo die Grube dem mindeſten Waſſerzulauf ausgeſetzt ſeyn wird. In allen ebenen Gegenden liegt der Mergel am flachſten an der Spite der Hügel, und zwar mehrentheils ſolcher Hugel, die ſich durch eine dunkelbraune bei mäßiger Feuchtigkeit zerkruͤmelnde Lehmerde auf der Hterfiaͤche auszeichnen.
Bevor man die Rietgelgwbe anlegt, muß man ſich durch den Erdbohrer, oder durch nebeneinander eingeſenkte Löcher uͤberzeugen, daß der Mergel, von gewuͤnſch⸗ ter Beſchaffenheit, ſich daſeköſt in betraͤchtlichen Lagern befinde. Es iſt jedoch ſelten, daß man ihn ganz ununterbrochen findet, und daß beſonders in den obern Schichten nicht Sandadern und Sandlagen dazwiſchen kommen. Dieſe duͤrfen daher nicht ab⸗
ſchrecken, und das unbrauchbare kann bei der Bearbeitung der Mergelgrube leicht bei Seite


