Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1810)
Entstehung
Seite
263
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Nineraliche Duͤngungsmittel. 249

Seite geſchafft, und ſogar zur Ausfuͤllung der tief ausgegrabenen Stellen nutzlich an⸗ gewandt werden.

Man unterſucht ſodann den Gehalt des aufgefundenen Mergels. Er iſt ſelten ganz gleich, und wechſelt von Stellen zu Stellen ab. Man muß daher mehrere Stucke unterſuchen, und den Gehalt im Durchſchnitt nehmen, indem er bei dem Ausfahren ziemlich durcheinander gemengt wird. Je ſandiger der Boden iſt, worauf man den Mergel bringen will, um deſto nutzbarer iſt der mergeligte Thon, der wenig Kalktheile hat, und er wird ſchon brauchbar, wenn er 12 bis 15 Prozent Kalk ent⸗ hält, obwohl man ihn, um die Wirkung des Kalkes zu erreichen, ſo viel ſtärker auf⸗ fahren muß. Nur der vielen Sand enthaltende Mergel iſt fur ſolchen Boden verwerf⸗ lich. Auf thonigem und lehmigen Boden hingegen wuͤrde jener Mergel nicht paſſen, und man muß da ſolchen aufzufinden trachten, der wenigſtens 40 Prozent, beſſer aber noch mehr an Kalk enthalt. Dagegen ſchadet hier der ſandige Mergel, der manchmal vielen Kalk hat, nicht; ſondern iſt im Gegentheil vorzuglich anwendbar. Der ſteinige Mergel in geburgigen Gegenden iſt fuͤr den Thonboden beſonders geeignet, indem er wenig Thonerde, ſondern groͤßtentheils Kalk und feine Kieſelerde zu enthal⸗ ten pflegt. Nur zerfaͤllt er oft erſt ſpãt.

§. 68.

Nachdem man ſich von der Zweckmäßigkeit der Stelle und ihres Gehalts uͤberzeugt hat, legt man durch Abraͤumung der Oberfläche die Mergelgrube an. Dieſe Abräu⸗ grube. mung muß ſo tiet geſchehen, bis man auf die eigentliche Mergellage, welche einen gehoͤrigen Gehalt hat, kommt. Der Abraum iſt manchmal zur Ausfuͤllung von Sin⸗ ken, die ſich in der Nachbarſchaft der Mergelhuͤgel zu finden pflegen, zu gebrauchen. Sonſt bringt man ihn auf den unteren Rand der Grube in genngſame Entfernung, um nicht auf die Wand derſelben zu druͤcken, aber doch auch nicht zu weit weg, weil man ſich deſſen zur Ausfuͤllung der tief ausgegrabenen Stellen in der Folge nutzlich bedienen kann. So wie man alle Arbeiten bei dieſer Operation moͤglichſt zu verdingen ſuchen muß, ſo iſt dies auch ſchon bei dem Abraume der Fall, und man macht dieſen Verding ſchachtruthenweiſe, oder nach anderen in der Gegend bekannten Maßen. Will man ſich der abgeraumten Erde nicht zu einem beſondern Zwecke an einem ent⸗ ferntern Orte bedienen, ſo laßt man ſie nicht durch Pferde, ſondern nur durch Hand⸗ karren wegſchaffen, zuweilen auch nur durch den Wurf auf den Rand hinauswerfen ·

Zwelter Theil. Ji