Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1810)
Entstehung
Seite
256
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Behandlung des ausge⸗ ſtreuten Kalks.

242 Mineraliſche Duͤngungsmittel.

theils das weitere Eindringen der Feuchtigkeit verhindert, cheils aber ſchwerlich wieder zu Pulver zerfaͤllt, ſondern in Stuͤcken zuſammengeklebt bleibt.

Eine dritte Art, den Kalk zur Vertheilung auf den Acker vorzubereiten, iſt noch die: daß man ihn mit Raſen oder Raſenerde, da, wo man ſie nahe beim Acker haben kann, z. B. an den Rainen und Abhaͤngen der Felder oder bei binſigen aus⸗ zuſtechenden Sinken in Mieten zuſammenbringt, ihn darin zerfallen und den Ra⸗ ſen zerſetzen làßt. Dieſe Mieten werden dann einige Male umgeſtochen und wie⸗ der aufgeſetzt. Hier kann ſich der Kalk mit der Erde und dem Humus ſehr wirkſam verbinden und zertheilen, und dieſer oft leicht zu bereitende Kompoſt iſt von treff⸗ licher Wirkung. So bringt man ihn auch zwiſchen mooſigen Torf und mit unzer⸗ gangenen vegetabiliſchen Subſtanzen noch ſtark verſetzten Modder. Von ſeinem Gebrauche zu andern Kompoſtarten iſt F. 32. geredet worden.

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Eine weſentliche Bedingung, wenn man von dem Kalk die erwuͤnſchte und moͤglich hoͤchſte Wirkung haben will, iſt die, daß er auf das allergenaueſte und innigſte mit der Ackererde durchmengt werde, ſo daß jedes ſeiner feinſten Partikeln mit jedem Partikel der Erde in Beruͤhrung und Wechſelwirkung komme. Hierbei

iſt alſo die groͤßte Aufmerkſamkeit noͤthig. Wenn man ihn auf den geſtuͤrzten und

vorgeeggeten Acker ausgeſtreuet hat, ſo wird er bei trockenem Wetter nochmals ſtark durchgeegget, und ſodann ſo flach, wie immer moͤglich, untergepfluͤgt. Am beſten bedient man ſich hierzu des Eyſtirpators, der ihn mit der Erde durchwuͤhlt. Nun wird wieder geegget, und darauf um ein weniges tiefer gepfluͤgt. So muß

er mit Einſchluß der Saatfurche wenigſtens vier Mal mit Pflug, Egge oder dem genannten Werkzeuge durchgearbeitet werden, und zwar immer bei trockenem

Wetter. Die Kalkduͤngung erfordert alſo nothwendig eine reine und vollkommene Brache. Auf die Weiſe wird dann auch die geruͤhmte Wirkung des Kalks, daß er das Land vom Unkraute reinige, voͤllig erreicht. Verfaͤhrt man dagegen hierin nachläßig, ſo thut der Kalk wenige Wirkung. Von einer ſchwachen Kalkung ver⸗ ſpuͤrt man gar keine, von einer ſtarken oft eine nachtheilige, indem der Kalk zu Moͤrtelſtuͤcken wird. Wo man den groben Fehler beging, ihn mit der erſten Furche zur vollen Pflugtiefe unterzubringen, da hat ſich eine Kalkborke unter der⸗

ſelben erzeugt, welche dem Pfluge ſo in Wege iſt, daß der Boden dadurch ganz